Am Rande des G7-Treffens in Paris hat sich die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) optimistisch gezeigt, den drohenden Handelskonflikt mit den USA zu lösen. US-Präsident Donald Trump plant, die Zölle auf importierte EU-Autos und Lastwagen von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Er begründet dies mit der Nichterfüllung eines Handelsabkommens. Beobachter sehen darin auch eine Reaktion auf Kritik des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz am US-Vorgehen im Iran-Krieg.
Der Handelsstreit überschattete die Beratungen der G7-Staaten (Deutschland, USA, Japan, Kanada, Grossbritannien, Frankreich und Italien). Neben industriellen Überkapazitäten und Lieferketten rückte vor allem die Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und seltenen Erden in den Vordergrund. Diese Mineralien, essenziell für die Energiewende, Hightech und Militär, werden massgeblich von China beherrscht. Die westlichen Industriestaaten wollen ihre geopolitische Abhängigkeit verringern.
Bereits im vergangenen Monat vereinbarten USA und EU eine engere Abstimmung. Europäische Vertreter lehnten jedoch einen gemeinsamen Vorrat ab und setzen auf nationale Reserven – ein Zeichen wachsenden Misstrauens gegenüber Washington. Italien, Deutschland und Frankreich bestehen auf eigenen Beständen. Zur besseren Koordination planen die G7 die Einrichtung eines ständigen Sekretariats, möglicherweise bei der IEA oder OECD in Paris.
Das Thema wird auch am G7-Gipfel vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains am Genfersee zentral sein. Frankreich bereitet das Treffen mit einem Onlinemeeting vor. Die Schweiz, die nicht teilnimmt, trifft Vorkehrungen: Delegationen landen in Genf, weshalb Grenzkontrollen verstärkt und mögliche Schliessungen von Übergängen nach Frankreich erwartet werden. Die Genfer Polizei rechnet mit Demonstrationen.