Rekordzahl an Walen in der Antarktis gesichtet
Erfolg des Walschutzes – doch Krillbestand ist zentral für die Erholung der Wale

Ein internationales Forschungsteam hat in der Westantarktis zwischen den Südlichen Orkneyinseln und dem antarktischen Kontinent die vermutlich höchste Zahl an Walen seit Jahrzehnten beobachtet. Auf dem Sea-Shepherd-Schiff «Allankay» zählten die Walforscher Ted Cheeseman (Universität Santa Cruz) und Matthew Savoca (Universität Stanford) bei Zickzack-Fahrten über ein Gebiet von der Grösse Österreichs Ansammlungen von bis zu tausend Tieren. Vor 25 Jahren sah man dort typischerweise nur ein oder zwei Wale, vor zehn Jahren noch höchstens wenige.

Die Beobachtungen belegen den Erfolg internationaler Schutzabkommen. Nachdem der industrielle Walfang in den 1950er- bis 1970er-Jahren bis zu 80 000 Tiere pro Jahr tötete und Blauwale fast ausrottete (nur 0,2 Prozent überlebten), erholen sich die Bestände. Buckelwale haben das Vorkriegsniveau wieder erreicht, Finnwale ein Drittel. Die Tiere finden reichlich Nahrung im «fruchtbarsten Ozean der Welt» – dank riesiger Krillschwärme.

Allerdings warnen die Forscher: Länder wie Norwegen und China fischen Krill für Nahrungsergänzungsmittel und Fischfutter. Ein einziger Trawler kann so viel ernten wie 400 bis 500 Wale.