Starlink-Bodenstation in Leuk: Walliser Ärzte schlagen Alarm
Hausärzte fordern Vorsorgeprinzip – Kritik an Abhängigkeit von US-Konzern

Eine geplante Starlink-Bodenstation mit 40 Antennen auf dem Brentjong-Plateau sorgt im Kanton Wallis für Aufregung. Die Anlage von SpaceX/Starlink ist bewilligt, doch das Verfahren ist noch nicht rechtskräftig. Zwei Hausärzte, Dr. Hanna Schnyder Etienne und Dr. Roman Kuonen, kämpfen mit einer Bürgerinitiative dagegen. Der Fall liegt nun beim Walliser Staatsrat und könnte bis vor Bundesgericht gehen. 

Die Mediziner warnen vor erheblichen gesundheitlichen Risiken. Eine WHO-Übersichtsstudie von Mevissen et al. aus dem Frühjahr 2025 zeige, dass hochfrequente Strahlung (100 kHz bis 300 GHz) bei Tieren krebserregend wirke – auch unterhalb geltender Grenzwerte. Die Starlink-Antennen senden im 25–30-GHz-Bereich mit enormer Leistung (über 7 Millionen Watt EIRP pro Antenne). Im Gegensatz zu herkömmlichen Satellitenschüsseln strahlen die beweglichen LEO-Antennen in einem weiten Winkel und erzeugen Streustrahlung. «Wir lassen uns sonst auf ein Bevölkerungsexperiment ein», betont Roman Kuonen. 

Neben Gesundheitsgefahren für Menschen sehen die Ärzte ökologische Risiken: Vögel und Insekten im Naturpark Pfyn-Finges könnten durch die Strahlung in ihrer Orientierung gestört werden. Zudem verbrauche die Station Strom wie rund 400 Einfamilienhäuser. Geopolitisch kritisieren sie die Abhängigkeit von einem privaten US-Unternehmen mit engen Regierungsbeziehungen. Datensouveränität und Neutralität der Schweiz seien gefährdet, da die USA die Verbindung jederzeit unterbrechen könnten. «Mit dieser Bodenstation rollen wir für eine private amerikanische Firma den roten Teppich aus», so Schnyder Etienne. 

Die Initianten haben Einsprachen eingelegt und einen Verein gegründet. Sie fordern eine umfassende Prüfung unter Einbezug des Vorsorgeprinzips statt rein wirtschaftlicher Überlegungen. Die Gemeinde Leuk und der Bundesrat verweisen hingegen auf Arbeitsplätze und digitale Versorgung.