25 Jahre Weltsozialforum: Idee aktueller denn je
Vor 25 Jahren begann in Porto Alegre das Weltsozialforum als Gegenmodell zu Davos unter dem Motto «Eine andere Welt ist möglich». Hunderttausende hofften auf eine gerechtere Ordnung. Heute findet das Treffen mit bis zu 50 000 Teilnehmenden in Benin statt.

Vor 25 Jahren fand in Porto Alegre das erste Weltsozialforum statt – als Gegenmodell zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Unter dem Motto «Eine andere Welt ist möglich» versammelten sich 12 000 Menschen und 1000 Organisationen. Viele spürten die Vorwehen eines neuen 1968. Heute tagt das Forum mit bis zu 50 000 Teilnehmenden aus über 100 Ländern in Benin. Trotzdem bleibt es medial oft eine Randnotiz.

Die globalen Krisen haben zugenommen: Militarisierung und autoritäre Entwicklungen prägen die Gegenwart. Progressive Bewegungen verfügen über Analysen und Proteste, es fehlt jedoch an dauerhaften Formen gemeinsamer Organisierung über einzelne Kämpfe hinweg. Während Kapital und Rechte international gut vernetzt sind, zersplittern linke Kräfte.Nach den Hoffnungen von 2001 folgten Rückschläge: die brutale Repression in Genua und die Anschläge vom 11. September veränderten die Lage. Die Organisatoren des aktuellen Forums setzen deshalb stärker auf Beziehungsaufbau, etwa durch Karawanen in Westafrika. Das sind mobile Treffen, bei denen Bauern, Gemeindevertreter und Initiativen durch mehrere Länder reisen, Erfahrungen austauschen und gemeinsame Strategien entwickeln.

Das Forum dient als Gesprächs- und Vernetzungsraum. Die zentrale Lehre: Eine andere Welt ist möglich – aber nur, wenn sie gemeinsam organisiert wird.