Trotz des laufenden Irankriegs und drohender Sperrung der Straße von Hormus importiert China weiterhin grosse Mengen iranisches Rohöl. Laut Brancheninsidern und Analysten in China erfolgen die Lieferungen über alternative Routen, die die strategisch sensible Meerenge umgehen.Zentral ist der Hafen Jask im Südosten Irans am Golf von Oman. Von dort laden Tanker das Öl direkt, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen. Eine rund 1'000 Kilometer lange Pipeline verbindet das Ölzentrum Goreh im Landesinneren mit dem Terminal in Jask. Dieses Infrastrukturprojekt wurde massgeblich von China unterstützt und ist Teil des 25-jährigen Kooperationsabkommens zwischen Peking und Teheran aus dem Jahr 2021.
Insider berichten, dass die Lieferungen in chinesischen Häfen wie Shandong und Zhejiang seit Kriegsbeginn nahezu normal weiterlaufen. Irans Rohölexporte liegen derzeit bei durchschnittlich etwa 2,1 Millionen Barrel pro Tag – etwas höher als vor dem Konflikt. Der Grossteil geht nach China, oft über die sogenannte chinesische Schattenflotte.Analysten werten dies als wirtschaftliche Absicherung für Peking, das vergünstigtes Öl bezieht und strategische Reserven aufbaut. Gleichzeitig sichert sich der Iran eine lebenswichtige Einnahmequelle inmitten des Kriegs und westlicher Sanktionen. Die Umgehung wird als „Hintertür“ bezeichnet, die beide Länder geopolitisch stärkt.