Ecuador: Indigene wehren sich gegen die Ausweitung der Ölförderung
Die Achuar erklären, Widerstand leisten zu werden, falls die Regierung die Ölfördergebiete weiter ausdehnt.

Edison Canelos, Vizepräsident der Nacionalidad Achuar del Ecuador (NAE) [das ist die Organisation, die das indigene Volk der Achuar im ecuadorianischen Amazonasgebiet vertritt. Sie setzt sich für den Schutz ihres Territoriums, ihrer Kultur sowie der Flora und Fauna ein], warnte, dass die Gemeinden Widerstand leisten werden, falls die Regierung die Ölfördergebiete weiter ausdehnt. Diese Erklärung gab er auf der Ersten Internationalen Konferenz für den Übergang jenseits fossiler Brennstoffe in Santa Marta (Kolumbien) ab – mitten in der globalen Debatte über die Energiewende.

Canelos betonte, dass seine Reise nach Kolumbien gemeinsam mit Vertreter/innen von sechs amazonischen Völkern das Ziel verfolge, die von der Regierung unter Daniel Noboa vergebenen Ölkonzessionen international anzuprangern. „Wir sind hier, um vor den Augen der Welt öffentlich gegen die Regierung von Daniel Noboa zu protestieren, die beschlossen hat, die Ölförderung in unseren Territorien erneut auszuweiten“, erklärte er.

Er kritisierte, dass die Ausweitung ohne jeden Konsultationsprozess und ohne die Beteiligung der indigenen Völker erfolge. Diese Warnung reiht sich in die Kritik von Organisationen aus Pastaza ein, die darauf hinweisen, dass 11 Ölblöcke im Amazonasgebiet erschlossen wurden – die sich mit ihren Territorien überschneiden. „Ohne Vorabkonsultation und ohne unsere Beteiligung wurde die Entscheidung getroffen, Ölblöcke zu erschließen. Dabei haben wir als Völker und Nationen nie zugelassen, dass unsere Territorien in solche Blöcke umgewandelt werden“, so Canelos.

Da es im eigenen Land an Zusicherungen fehlt, haben sich die indigenen Nationen entschieden, ihre Klage auf internationaler Ebene vorzubringen. Sie planen, sich an multilaterale Organisationen zu wenden und mit Regierungen zu vernetzen, die die Energiewende vorantreiben.

Canelos betonte, dass der Widerstand nicht nur eine Reaktion sei, sondern auch ein alternativer Entwicklungsvorschlag: „Wir können ein Modell für eine neue Welt, für eine neue Entwicklung schaffen.“