Costa Rica eröffnet Massenknast
Präsidentin Fernández folgt dem Vorbild El Salvadors

In Costa Rica wird an diesem Mittwoch ein neues Massengefängnis eröffnet. Das «Centro de Alta Contención contra el Crimen Organizado» (CACCO) bietet Platz für 5100 Insassen und kostete rund 35 Millionen US-Dollar. Es liegt auf dem Gelände der bestehenden Haftanstalt La Reforma in San Rafael de Alajuela, rund 25 Kilometer von der Hauptstadt San José entfernt.Die Regierung des nur 5,2 Millionen Einwohner zählenden Landes orientiert sich dabei am umstrittenen «Sicherheitsmodell» des ultrarechten salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele. Dessen Terrorismus-Haftzentrum CECOT gilt als Symbol der harten Gang-Bekämpfung und wird international wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Die Baupläne für das costaricanische Pendant stammen aus El Salvador.

Baubeginn war im Januar unter dem damaligen Präsidenten Rodrigo Chaves, bei dem auch Bukele anwesend war. Die seit Mai amtierende Präsidentin Laura Fernández hatte den Bau bereits im Wahlkampf angekündigt und setzt die Politik der «harten Hand» gegen organisierte Kriminalität fort. Das Gefängnis ist vor allem für mutmassliche Anführer von Drogenbanden, gewalttätige Häftlinge und Personen in Auslieferungsverfahren gedacht. Insassen sollen orange Uniformen tragen – erstmals seit über 50 Jahren in Costa Rica.