Frauenkommune im kurdischen Mexmûr verbindet Selbstversorgung und Kultur
Im Flüchtlingslager Mexmûr organisieren Frauen ihre wirtschaftliche Arbeit in einer Handwerkskommune. Mit traditionellen Produkten schaffen sie Einkommen und geben zugleich handwerkliches Wissen und kurdische Kultur an die nächste Generation weiter.
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Handwerk sichert eigenes Einkommen. Bild: ANF deutsch

Im Flüchtlingslager Mexmûr in Südkurdistan organisiert eine Frauenkommune den gemeinschaftlichen Verkauf traditioneller Handwerksarbeiten. Die Initiative ist Teil der Şehîd-Şervîn-Frauenstiftung und verfolgt das Ziel, Frauen wirtschaftlich zu stärken und zugleich traditionelle kurdische Handwerkskunst zu bewahren. Die nach der gefallenen Guerillakämpferin Pîran Suweyda benannte Handwerkskommune besteht seit rund acht Monaten. Rund 35 Frauen unterschiedlichen Alters fertigen dort unter anderem Taschen, Kufiyas, Schals, Gürtel, Mützen, Schlüsselanhänger, Federmäppchen, Gebetsketten sowie traditionelle kurdische Kleidung.

Handarbeit als Grundlage einer eigenen Ökonomie

Die Produkte entstehen gemeinschaftlich und werden regelmässig der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Angaben der Frauenstiftung werden sie unter anderem über die Kurdî-Store-Kooperative bis nach Frankfurt am Main geliefert und dort verkauft. Bîşeng Pusat, Vorstandsmitglied der Şehîd-Şervîn-Frauenstiftung, erklärte, die Kommune sei gegründet worden, um die handwerkliche Arbeit von Frauen sichtbar zu machen und traditionelles Wissen vor dem Vergessen zu bewahren.

Wissen an die nächste Generation weitergeben

Für die Kommunenmitglieder steht dabei nicht allein die wirtschaftliche Seite im Vordergrund. Emine Antan betont, dass die Frauen mit ihrer Arbeit zugleich eine eigenständige Ökonomie aufbauen möchten, die unabhängig von patriarchalen Strukturen funktioniert. Ebenso wichtig sei es, traditionelle Fertigkeiten an jüngere Generationen weiterzugeben. „Wir möchten nicht, dass unsere Handwerkskunst verloren geht. Deshalb bringen wir sie auch jungen Menschen bei, damit sie unsere Kultur bewahren und diese Arbeit fortführen können“, sagte Antan. Die Handwerkskommune versteht ihre Arbeit damit zugleich als wirtschaftliches Projekt, als Ort gemeinschaftlicher Organisierung und als Beitrag zum Erhalt kurdischer Kultur.

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