Früheste Proto-Schrift oder nur Ornament?
In der Schwäbischen Alb stoßen Archäologen auf 40.000 Jahre alte Gravuren

Es sind Punkte, Kreuze, Kerbenreihen auf Mammutfiguren, Löwenmenschen und Werkzeugen. Forscher wie Ewa Dutkiewicz und Christian Bentz analysierten über 3.000 Zeichen auf 260 Objekten. Sie sehen darin kein bloßes Dekor, sondern ein abstraktes Symbolsystem mit hoher Informationsdichte – vergleichbar der proto-keilschriftlichen Tontäfelchen aus Mesopotamien.

Statistische Muster und gezielte Platzierungen (Punkte nur auf Figuren, Kreuze bevorzugt auf Tieren) deuten auf kodierte Inhalte hin, etwa Jagd- oder Ritualinformationen. Wenn das stimmt, können wir davon ausgehen: Schrift beginnt nicht erst mit Sumer, sondern mit solchen intuitiven Zeichensystemen. Es handle sich um die basalste Form der Symbolverschlüsselung – lange vor phonetischen Schriften. Die Zeichen bleiben unentziffert, markieren aber einen entscheidenden Schritt der kognitiven Evolution.