In Jerusalem ist es kalt, sehr nass und stürmisch mit sehr starken Winden. In meinem Haus ist es warm und gemütlich. Ich muss bald zu einem Treffen in Jerusalem und später nach Tel Aviv fahren – alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Während ich darüber nachdenke, wie schwierig mein Tag werden wird, denke ich an die zwei Millionen Menschen in Gaza, die keine richtige Unterkunft haben und diesem heftigen Sturm ohne Schutz vor Wind, Regen und Kälte ausgesetzt sind. Ihr Leben ist nichts weniger als ein Albtraum, eine Katastrophe, und ich denke an all die Kinder und das Leid, das sie durchmachen müssen. Das ist kein Leben, das ein Mensch führen sollte. Wenn wir jemals in Frieden in diesem Land leben wollen, müssen wir Mitgefühl für unsere Nachbarn empfinden. Der Krieg ist vorbei, oder sollte zumindest vorbei sein. Wiederaufbau bedeutet nicht nur den physischen Wiederaufbau, sondern auch die Wiederherstellung des Lebens – der Herzen und Köpfe. Das ist etwas, woran wir uns alle beteiligen müssen – denn das menschliche Leid der Palästinenser und Israelis in diesem Konflikt muss ein Ende haben.
Gaza: Wetter und Menschlichkeit
Gershon Baskin aus Israel zur Situation in Gaza