In der seit 1995 veröffentlichten Jahresbilanz der Pressefreiheit dokumentiert RSF die Zahlen der schwersten Übergriffe auf Medienschaffende weltweit im zu Ende gehenden Jahr.
Nahezu die Hälfte (43 Prozent) der in den vergangenen zwölf Monaten getöteten JournalistInnen kam in Gaza durch teils gezielte Angriffe der israelischen Streitkräfte ums Leben. Und in der Ukraine nimmt die russische Armee weiterhin gezielt ausländische wie ukrainische ReporterInnen ins Visier. Auch im Sudan ist Berichterstattung zu einer lebensgefährlichen Arbeit geworden, und in Mexiko haben kriminelle Organisationen neun ReporterInnen ermordet. In Lateinamerika wurde fast ein Viertel (24 Prozent) der weltweit ermordeten JournalistInnen gezählt.
Weltweit sind 503 JournalistInnen in 62 Ländern inhaftiert. Die meisten Medienschaffenden sind weiterhin in China (121) eingesperrt, gefolgt von Russland (48) und Myanmar (47). Russland hält zudem mehr ausländische JournalistInnen fest als jeder andere Staat, nämlich 26 UkrainerInnen.
Syrien: Ein Jahr nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad sind viele der ReporterInnen, die unter seiner Herrschaft verschwanden, weiterhin unauffindbar. Damit ist Syrien das Land mit der höchsten Zahl an Medienschaffenden mit ungewissem Schicksal – mehr als ein Viertel aller weltweit Vermissten sind dort verschwunden. Sie waren unter Assad inhaftiert worden, nach der Revolution und der Öffnung der Gefängnisse allerdings nicht aufgefunden worden.
Von den weltweit 20 entführten JournalistInnen wurden sieben im Jahr 2025 von Huthi-Rebellen im Jemen verschleppt, mehr als in jedem anderen Land.
Die Jahresbilanz der Reporters Sans Frontières gibt allerdings keine Auskunft über andere Formen der Pressezensur - wie Shadowbanning und Angst von JournalistInnen vor Blossstellung in Social Media, die Verengung des Meinungskorridors, den Konzerndruck auf Medienunternehmen, Ausgrenzung und Verunglimpfungen abweichender Meinungen durch staatliche und staatsnahe Organisationen.