Zum kurdischen Neujahrsfest Newroz, das um den 21. März in allen Teilen Kurdistans, in sämtlichen Städten Rojavas sowie in Europa begangen wurde, stand der Widerstand im Mittelpunkt. Trotz Festnahmen Dutzender Teilnehmender in der Türkei feierten die Menschen unter dem Motto «Freiheit für Abdullah Öcalan».
Das Fest, das an die Befreiung vom assyrischen Despotenreich vor 2600 Jahren erinnert, fand auch in Afrin sowie in den Vierteln Scheich Maqsud und Aschrafije statt. Überall wurde der Erfolg des Widerstands gegen den im Januar aufgezwungenen Krieg sichtbar.
Als Erfolg der Verhandlungen nach dem Waffenstillstandsabkommen wurden bisher 400 Kämpferinnen und Kämpfer sowie Zivilpersonen aus Gefängnissen der HTS freigelassen. Rund 600 Personen bleiben jedoch in Haft. Unter den Freigelassenen ist auch die YPJ-Kämpferin Narîn Axîn. Die arabische Frau erklärte bei ihrer Freilassung: «Lasst euren Glauben an euch selbst stark sein. Während meiner Gefangenschaft nannten mich manche ein «Geschenk», doch heute stehen wir in unseren Uniformen stolz und stark vor euch.»
Die Eingliederung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in den syrischen Staat nimmt weiter Gestalt an. Sîpan Hemo wurde zum stellvertretenden Verteidigungsminister mit Verantwortung für die kurdischen Gebiete ernannt. Çiya Kobanê übernahm das Kommando der 60. Division, die der SDF entspricht. Der Status der Frauenverteidigungseinheiten YPJ bleibt vorläufig ungeklärt, doch die Frauenrevolution gilt weiter als unverhandelbare rote Linie.Zudem kehren vertriebene Bewohnerinnen und Bewohner Afrins organisiert in ihre Heimat zurück. Türkische Truppen sind abgezogen, doch arabische Siedler verüben weiter rassistische Angriffe.Der HTS-Anführer Ahmed al Scharaa, bekannt als al Jolani, besucht heute, am 30. März Berlin. Es werden Proteste erwartet, um die Errungenschaften der Frauenrevolution und der YPJ zu verteidigen.