Der seit 28. Februar 2026 andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran entwickelt sich zum strategischen Desaster für den Westen. Wie der ehemalige UN-Vizegeneralsekretär und heutige Europaabgeordnete Michael von der Schulenburg in einem am 5. März 2026 veröffentlichten Beitrag für IDN-InDepthNews warnt, hat der Konflikt ein „Tor zur Hölle“ geöffnet – am Ende werde der Westen als Verlierer dastehen.
Der Angriff begann mit einem israelischen „Enthauptungsschlag“, der große Teile der iranischen Führung, darunter den religiösen und staatlichen Führer sowie Familienangehörige, tötete. Trotz laufender Verhandlungen in Genf (26. Februar: „erheblicher Fortschritt“ per US-Quelle) und Trumps diplomatischer Signale (27. Februar) erfolgte der Schlag – ein mutmaßlicher Vertrauensbruch. Vier Tage später gibt es keinen Volksaufstand, keinen Putsch, keine Spaltung der Machtzentren in Teheran. Stattdessen hält das Regime stand.
Europa, bereits durch den Ukraine-Krieg geschwächt, droht „auf den Trümmern und den enormen Kosten eines verlorenen Iran-Kriegs“ zu sitzen – inklusive späterer Wiederaufbaulasten. Geopolitisch bröckelt die westliche Ordnung: Der Angriff ohne UN-Mandat oder US-Kongress-Zustimmung untergräbt das Völkerrecht und fördert eine „Weltordnung des Stärkeren“. Iran profitiert als BRICS-Mitglied von stiller Unterstützung Russlands und Chinas. Im Golf zweifeln Staaten an US-Schutzgarantien, da teure Abwehrsysteme gegen iranische Drohnen verbraucht werden. Israel erleidet massive Raketenangriffe, die Iron Dome & Co. überfordern – nach Niederlagen in Gaza, Libanon und gegen die Huthis droht eine existentielle Krise.
Von der Schulenburg zieht Parallelen zum Irak-Krieg 2003: Auch damals gab es die Illusion schneller Siege, eines Regimewechsels, es gab Millionen Tote und den Aufstieg des IS. Iran sei doppelt so groß, besser ausgebildet, militärisch stärker – ein Sieg unwahrscheinlich. Zivilopfer (u. a. 160 getötete Schülerinnen) und gefallene US-Soldaten belasten Trump innenpolitisch, vor den Midterms 2026.
Europa schweige weitgehend oder schwenke auf „kriegerische Rhetorik“ um, habe immer weniger Einfluss. Der Autor warnt: Der Westen verliere moralisch, wirtschaftlich und strategisch. „Dieser Krieg ist ein kardinaler Fehler“ – die Reue werde kommen, doch der Schaden sei irreparabel.