Die kleine Gemeinde Peenemünde auf der Insel Usedom hat die Pläne für ein neues Raketenforschungszentrum vorläufig gestoppt. Nach Berichten der lokalen Tageszeitung «Nordkurier» vom 23. Mai 2026 hat sich die Bevölkerung mit Nachdruck gegen das Vorhaben gewehrt. Der Landrat lenkte schliesslich ein.
Hintergrund des Widerstands ist ein Auftrag der Bundeswehr an die Polaris GmbH zur Entwicklung eines zweistufigen Hyperschallflugzeugs. Das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt sollte für Flugversuche genutzt werden. Die Gemeinde mit rund 370 Einwohnern befürchtet Schäden für den Tourismus in der Region. Bürgermeister Ralf Turowski hatte sogar mit seinem Rücktritt gedroht, falls die Pläne umgesetzt würden.Die Gegner erinnern an die dunkle Vergangenheit des Ortes. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier unter Leitung von Wernher von Braun die V2-Raketen entwickelt, die Tausende zivile Opfer forderten.
Kritiker sehen in den aktuellen Bestrebungen einen Verstoss gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag und eine enge Abstimmung mit der Nato. Das Unternehmen Polaris GmbH, eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, wird als Tarnung für staatliche Rüstungsforschung betrachtet.