Eine monumentale Boje liefert seit kurzem Strom aus Wellenenergie direkt ins spanische Netz. Das spanische Unternehmen IDOM hat den Wellenenergiekonverter MARMOK-A-5 Mitte Mai vor der Küste des Baskenlandes installiert und erfolgreich angeschlossen. Die 42 Meter hohe Anlage funktioniert nach dem Prinzip einer oszillierenden Wassersäule: Wellen bewegen im Innern eine Wassersäule, die Luft komprimiert und eine Turbine antreibt. Ein Seekabel leitet den erzeugten Strom ans Land.
Die Boje mit einem Durchmesser von fünf Metern ist in rund 90 Metern Tiefe verankert und erreicht eine maximale Leistung von 30 Kilowatt – genug für 15 bis 20 Haushalte. Sie ist Teil des europäischen Forschungsprojekts EuropeWave, das mit rund 20 Millionen Euro Wellenenergietechnologien zur Marktreife bringen will. Frühere Versionen haben bereits mehrere stürmische Winter überstanden. Die aktuelle Generation verfügt über ein verbessertes Power-Take-Off-System, intelligente Steuerung und einen Bord-Akkuspeicher.Projektmanager Borja de Miguel von IDOM bezeichnet die sichere Installation und Netzanbindung als wichtigen Meilenstein. In den nächsten Wochen wird die Anlage schrittweise hochgefahren und liefert wertvolle Betriebsdaten für grössere, kommerzielle Projekte. Wellenenergie gilt als zuverlässige Ergänzung zu Wind- und Solarstrom, da sie wetterunabhängiger und vorhersagbarer ist.