Spionage bei der GSoA

Die Rüstungslobby mag Gewaltlosigkeit nicht – das liegt in ihrer Natur. Anscheinend hat sie sogar richtig Angst vor ihrer friedlichen Gegenbewegung, wie ihr kürzliches Handeln zeigt: Die PR-Agentur Farner hat versucht, die «Gruppe für eine Schweiz ohne Armee» (GSoA) zu unterwandern. Im Auftrag der Rüstungslobby führt die Agentur eine Kampagne gegen das Verbot von Kriegsmaterial-Exporten.
Am 29. November 2009 wird die Schweizer Bevölkerung über das Verbot abstimmen. Zur Vorbereitung des Abstimmungskampfes veranstaltete die GSoA im Juni ein Treffen. Als eine Teilnehmerin wiederholt auffällige Fragen stellte, waren die GSoA-Aktivisten aufmerksam geworden. Zurecht – wie sich später herausstellte: C.S. ist eine Mitarbeiterin der Agentur Farner. Recherchen der WochenZeitung (WOZ) und des 10vor10 erhärteten den Verdacht.

 
Farner streitet ab, spioniert zu haben. Die Mitarbeiterin C.S. habe aus privatem Interesse am Treffen teilgenommen, sagt sie. Nun stellt sich Farner selber als Opfer des Abstimmungskampfes dar – die Vorwürfe der GSoA seien populistisch, sagt die Agentur. Das Treffen sei öffentlich und somit allen zugänglich gewesen. Allerdings weist wenig auf eine harmlose Teilnahme hin: C.S. gab zwar ihren richtigen Namen an, aber nicht ihre Herkunft. Ebenfalls bestätigte ihr Freund die Spionageabsichten gegenüber der WOZ.

Zum Protest stellten sich Mitglieder der GSoA vor Farners Hauptsitz in Zürich – mit Schweinemasken und Plakaten. Nicht die Schweingrippe wollten sie der Agentur auf den Hals schicken, sondern eine Beendung der «Schnüffelei» einfordern. Die Agentur schwieg.


Weitere Informationen:  www.gsoa.ch/gsoa/zeitung/139/unterwanderungsversuch-bei-der-gsoa/
23. September 2009
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