VERD will Geldströme neu lenken: Wie eine Genossenschaft lokale Wirtschaft, Demokratie und soziale Wirkung verbinden will

Eine neue Zahlungs- und Gemeinschaftsplattform verspricht Gemeinden mehr Mittel, den Teilnehmern Kontakte und der Wirtschaft stärkere lokale Wertschöpfung – doch vieles hängt von der Nutzung ab.

Mit dem Projekt VERD entsteht in der Schweiz ein neues Ökosystem, das Geldströme bewusst in lokale Gemeinschaften lenken will. Basis ist eine Zahlkarte mit reduzierten Transaktionskosten. Der Gewinn aus dieser Ersparnis soll an Gemeinden, lokale Gruppen und an KMUs fliessen.

Kernidee ist ein zweistufiges Finanzierungsmodell: Ein Teil der Erträge aus Transaktionen fliesst direkt in einen sogenannten Gemeindetopf. Über dessen Verwendung entscheiden die Einwohnerinnen und Einwohner selbst – etwa für soziale oder lokale Projekte. Die restlichen Einnahmen gehen in einen nationalen Fonds, aus dem Betriebskosten und grössere Vorhaben finanziert werden.

Die Initianten versprechen neben wirtschaftlichen Effekten auch gesellschaftlichen Nutzen. Studienannahmen zeigen, dass Projekte gegen Einsamkeit oder für Integration langfristig Kosten im Gesundheits- und Sozialbereich senken könnten.

Auch das lokale Gewerbe soll profitieren: transparente Gebühren, zusätzliche Kundschaft und ein stärkeres Bewusstsein für regionale Wertschöpfung gehören zu den zentralen Argumenten. Für die Bevölkerung wiederum bedeutet die Teilnahme laut Konzept, dass ein Teil der alltäglichen Ausgaben direkt ins Gemeinwohl zurückfliesst.

Ob VERD tatsächlich zu einem neuen Modell lokaler Finanzierung wird, hängt jedoch davon ab, wie viele Menschen und Betriebe die Dienstleistungen im Alltag nutzen – denn erst durch breite Beteiligung entsteht die versprochene Wirkung. Zur Zeit verwenden erst rund 600 Personen die Zahlkarte.

Weitere Infos: http://www.verd.swiss