Welt-Schuldenreport: Schuldenkrise spitzt sich zu
Krieg am Golf belastet den Globalen Süden zusätzlich

Der neue Schuldenreport 2026 des Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de und von Misereor zeigt eine weiter verschärfte Auslandsschuldenkrise im Globalen Süden. Demnach leiden 44 Staaten unter einer sehr hohen Schuldenlast, 25 unter hoher Belastung und 15 unter latentem Risiko. Einige Länder geben einen grossen Teil ihrer Staatseinnahmen allein für Zins- und Tilgungszahlungen aus – Angola 60 Prozent, Senegal 39 Prozent. Zum Vergleich liegt Deutschland bei nur 2 Prozent.

Der Krieg am Golf verschärft die Lage zusätzlich. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise, Kapitalabfluss und steigende Kreditkosten belasten die Haushalte vieler Entwicklungsländer. Besonders dramatisch ist die Situation im Libanon, der weltweit den höchsten Schuldendienst aufweist und vor einem Zahlungsausfall steht. Öffentliche Entwicklungshilfe ist eingebrochen, während private Gläubiger teure Kredite vergeben.

Der Report kritisiert, dass die internationale Schuldenarchitektur keine wirksamen Lösungen bietet. Ghana, Sambia, Sri Lanka und Suriname zeigen nach Umschuldungen weiterhin hohe Belastungen. Die Autoren fordern verbindliche Mechanismen für faire Schuldenerleichterungen und eine stärkere Mitbestimmung der betroffenen Länder.