Hunderte Indigene aus 15 Völkern Brasiliens haben zwei Wochen lang den Getreidehafen des US-Konzerns Cargill in Santarém blockiert. Sie protestieren gegen ein Regierungsdekret vom August 2025 (Nr. 12.600), das Abschnitte der Flüsse Tapajós, Madeira und Tocantins in konzessionierte industrielle Wasserstraßen umwandelt – inklusive Baggerarbeiten und Privatisierung
Die Betroffenen, darunter Munduruku und Borari, kritisieren die fehlende freie, vorherige und informierte Konsultation gemäß ILO-Übereinkommen 169. „Die Infrastruktur zerstört unseren Fluss und heilige Stätten – es ist ein tödliches Projekt“, sagte Alessandra Korap Munduruku. Vivi Borari betonte: „Trotz Warnungen bei der COP30 bleiben unsere Forderungen unbeantwortet. Die Maßnahmen dienen dem Ausbau von Exportkorridoren für Soja und Getreide, fördern Schwerlastverkehr und gefährden Fischerei sowie Umwelt."
Am 6. Februar 2026 stoppte die Regierung vorläufig die Ausschreibung zur Ausbaggerung des Tapajós – offiziell als Routine, doch Indigene sehen darin einen Teilerfolg. Das Ministerium für indigene Völker erkannte Bedenken an und versprach: Kein Projekt ohne Zustimmung. Der Protest unterstreicht den Konflikt zwischen agroindustriellen Interessen und indigenen Rechten im Amazonas.