Israel «gaza-isiert» das Westjordanland
Zeugen werden systematisch vertrieben

Laut einem Bericht der israelischen Zeitung Haaretz verwandelt Israel das Westjordanland zunehmend in eine dem Gazastreifen ähnliche Zone. Unter dem Vorwand von Anti-Terror-Operationen wie der «Operation Eiserne Mauer» wurden Anfang 2025 über 40'000 Palästinenser aus Flüchtlingslagern in Jenin, Tulkarm und Nur Shams vertrieben. 

Israelische Siedler führen zudem eine Kampagne mit Gewalt, Brandstiftungen und Zugangsbeschränkungen durch. Zwischen 2023 und April 2026 verliessen laut B'Tselem und UNO rund 5'910 Palästinenser 66 Gemeinden in Zone C. Gleichzeitig erschwert die Armee Journalisten, Aktivisten und humanitären Helfern den Zugang, indem sie geschlossene Militärzonen einrichtet und ausländische Beobachter ausweist – teilweise mit jahrelangen Einreiseverboten. Kritiker warnen: Ohne unabhängige Zeugen vor Ort droht eine schleichende ethnische Säuberung. Internationaler Druck habe bisher nur begrenzte Wirkung gezeigt.