Israel riegelt Westjordanland ab
Besatzungsgewalt als Wahlkampfmethode

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Freitag, 23. Oktober 2026, die vollständige Abriegelung der palästinensischen Stadt Hebron angeordnet. Zudem wies er die Armee an, eine Blockade des gesamten besetzten Westjordanlands vorzubereiten. Betroffen sind rund drei Millionen Palästinenser.

Als Begründung nannte die israelische Führung einen Angriff auf Soldaten in der Nähe von Hebron. Medienberichten zufolge wurden dabei zwei israelische Soldaten und die beiden mutmasslichen Angreifer getötet. Die Armee habe damit einen weiteren Angriff nach dem Muster des 7. Oktober verhindert, hiess es aus israelischen Kreisen.

Finanzminister Bezalel Smotrich forderte darüber hinaus eine umfassende Militäroperation im Westjordanland. Diese solle sich gegen bewaffnete Gruppen richten und die Palästinensische Autonomiebehörde schwächen.

Die Massnahmen fallen in die letzte Phase des israelischen Wahlkampfs. Am Dienstag, 27. Oktober, sollen Parlamentswahlen stattfinden. Laut dem Bericht der Zeitung «junge Welt» steht Netanjahu unter politischem Druck. Eine Wahlniederlage könnte auch seine laufenden Korruptionsverfahren wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Die Abriegelung verschärft die ohnehin schwierige Lage der palästinensischen Bevölkerung im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland.