«Lasst die Kurden in Ruhe – wir sind keine Söldner»
Iraks First Lady Shanaz Ibrahim Ahmed warnt vor erneuter Instrumentalisierung der Kurden für einen Krieg gegen den Iran – scharfer Appell an die USA und die Supermächte

Die First Lady des Irak, Shanaz Ibrahim Ahmed, hat sich mit scharfen Worten gegen Pläne gerichtet, kurdische Kräfte im Irak in einen Konflikt mit dem Iran einzubinden. In einer am Donnerstag aus ihrem Büro in Sulaimania veröffentlichten Erklärung wies die Ehefrau von Präsident Abdul Latif Rashid und Mitglied der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) Forderungen zurück, die Autonomieregion Kurdistan als Basis für Operationen gegen Teheran zu nutzen.

Ahmed reagierte damit auf Berichte, wonach die US-Regierung unter Präsident Trump und der CIA kurdische Gruppen für einen möglichen Krieg gegen die Islamische Republik mobilisieren wollen. Sie verwies auf die leidvolle Geschichte der Kurden: „1991 wurden die Kurden dazu aufgefordert, sich gegen das Regime von Saddam Hussein zu erheben, nur um dann im Stich gelassen zu werden, als sich die Prioritäten änderten. Niemand kam uns zu Hilfe, als das Regime Kampfhubschrauber und Panzer einsetzte, um den Aufstand niederzuschlagen.“ 

Die First Lady erinnerte zudem an die Enttäuschung in Nordostsyrien (Rojava): „Nach all den Versprechungen […] nachdem die Kurden Syriens an vorderster Front im Krieg gegen den IS gekämpft hatten, wurden wir Zeugen, wie sie behandelt wurden.“

Heute hätten die Kurden im Irak „endlich ein gewisses Maß an Stabilität und Würde“ erreicht, betonte Ahmed. Es sei daher „sehr schwierig, ja sogar unmöglich“, zu akzeptieren, „dass sie von den Supermächten der Welt als Schachfiguren behandelt werden“. Zu oft erinnere man sich an die Kurden nur, „wenn ihre Stärke oder ihre Opferbereitschaft gebraucht wird“. 

Die zentrale Botschaft ihrer Erklärung lautet: „Lasst die Kurden in Ruhe. Wir sind keine Söldner.“ Die Aussage der First Lady fällt in eine Zeit zunehmender Spannungen um einen möglichen US-amerikanisch-israelischen Militärschlag gegen den Iran. Kurdische Vertreter hatten bereits zuvor Berichte über eine Rekrutierung durch westliche Dienste dementiert. Ahmeds Appell richtet sich an alle Konfliktparteien – insbesondere an die USA –, die kurdische Bevölkerung nicht erneut als disponierbares Werkzeug in geopolitischen Machtkämpfen zu missbrauchen.