Neue Atomverträge nur mit China: Warum Washington Rüstungskontrolle neu denkt
Nach dem Ende von New START knüpfen die USA jede neue strategische Abrüstung an Chinas Beteiligung

Nach dem Auslaufen des New-START-Vertrags zwischen den USA und Russland rückt China ins Zentrum der strategischen Rüstungskontrolle.

Laut dem geopolitischen Analysten Andrew Korybko hängt jedes neue Abkommen entscheidend von Pekings Beteiligung ab. Washington betrachtet den Erhalt seiner nuklearen Überlegenheit gegenüber China als nicht verhandelbar – entweder wird sie künftig ausserhalb von Verträgen gesichert oder durch ein neues, trilaterales Abkommen institutionell festgeschrieben.

US-Präsident Trump liess New START trotz eines russischen Verlängerungsangebots auslaufen und begründete dies mit dem Wunsch nach einem „modernen“ Vertrag, der China einschliesst.

Aussenminister Marco Rubio unterstrich diese Linie und verwies auf Chinas rasch wachsendes Atomarsenal. Laut dem US-Verteidigungsministerium verfügte China 2024 über rund 600 Sprengköpfe, könnte jedoch bis 2030 mehr als 1000 besitzen – eine Verfünffachung innerhalb eines Jahrzehnts.

Russland signalisiert zwar Gesprächsbereitschaft, respektiert jedoch Chinas Weigerung, an Abrüstungsverhandlungen teilzunehmen. Ohne vertragliche Begrenzungen könnten die USA nun ihr Arsenal ausbauen oder ihre asiatischen Verbündeten nuklear aufrüsten lassen.

Korybko sieht darin den eigentlichen Grund für das Ende von New START: Die USA wollen strategische Flexibilität bewahren, um Chinas Aufstieg militärisch zu kontern – notfalls ohne neue Rüstungskontrolle.