Dauerproblem Israel und Palästina

3’000 Tote und Verletzte hat Israels neuster Angriff auf den Gazastreifen bisher gekostet. Die europäischen Mächte und die USA machen wie schon so oft keinen Druck für eine friedliche Lösung.

Die islamistisch-bürgerliche Hamas-Partei hat in einer demokratischen Wahl nach bürgerlich-liberaler Art eine Mehrheit erreicht. Israel anerkennt den Wahlsieg nicht, bezeichnet die Hamas als Terroristen. Die früher sozialistische und heute gemässigte Fatah-Partei, politische Organisation der PLO (Palästinensische Befreiungs-Organisation), setzt auf Verhandlungen mit Israel, hat aber sehr an Rückhalt in der Bevölkerung eingebüsst.

David und Goliath
Israel will den Frieden, aber nur zu seinen Bedingungen. Palästina beklagt eine lange Tradition der Zerstörung, Vertreibung und Ausrottung, zuerst durch zionistische Paramilitärs, nach der Staatsgründung durch die offizielle israelische Armee. Lange freute sich der Westen am mutigen Kampf des tapferen David gegen den arabischen Goliath.

Seit 60 Jahren
In den letzten dreissig Jahren wuchs in der Welt die Erkenntnis, dass Israel seit 60 Jahren einen schmutzigen Säuberungskrieg führt, den das Land mit dem Völkermord an europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg rechtfertigt: Wir werden seit dem Mittelalter verfolgt und dezimiert, die bösen Araber wollen nur die Shoa zu Ende führen, lautet der Propaganda-Tenor.

Überlebende werden fanatisch
„Wer sich über die ‚bösen’ PalästinenserInnen beklagt, sollte sich mal überlegen, wie die Hamas erst an die Macht kamen. Imperialismus bedeutet eben nicht nur Krieg, sondern auch die gezielte Förderung von antikommunistischen (oder von mir aus auch antianarchistischen, antifortschrittlichen) Kräften. So wurde auch in Palästina die PLO mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft. Wenn man über Jahre hinweg alle fortschrittlichen Kräfte in einer Gesellschaft ausser Gefecht setzt, dann ist das Resultat nun mal einfach, dass nur noch irgendwelchen fanatischen Freaks übrig bleiben. Es ist schlichtweg unhaltbar, den PalästinenserInnen selbst die Schuld dafür zu geben und sich mit den eigentlichen Verursachern dieses Zustandes noch zu solidarisieren.“ - Blogger-Kommentar auf ch.indymedia.org.

Macht durch Zerstören und Töten
Weiterer Aspekt: Israel nimmt die strategisch-wirtschaftlichen Interessen Europas und der USA im Nahen Osten wahr. Die Konkurrenten sind aus dem Rennen geworfen: die arabischen Nachbarn schon länger, Irak, Iran und die Libanon-Hisbollah ebenfalls. Um als imperialistische Militärmacht glaubhaft und erfolgreich zu sein, muss beim Gegner regelmässig verheerend gewütet werden. Und die Bevölkerung zahlt dafür einen enormen Preis.

db.

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05. Januar 2009
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