Während Winterstürme den Gazastreifen heimsuchen und katastrophale Überschwemmungen für Millionen vertriebener Palästinenser verursachen, hat Israel 37 internationalen humanitären Organisationen die Arbeit im Gazastreifen verboten, der für sein Überleben auf diese Organisationen angewiesen ist.
Zum dritten Mal in Folge wurden in diesem Winter die Zelte der vertriebenen Palästinenser im Gazastreifen durch starke Winde und Regen zerstört und überflutet. Zehntausende Menschen sind gezwungen, in provisorischen Unterkünften zu leben. Die Regenfälle erscheinen vielen als Weiterführung des Völkermords Israels, der laut Aussagen der Palästinenser im Gazastreifen in einer neuen Form während der andauernden Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas fortgesetzt wird.
Am ersten Tag des Jahres 2026 verweigerte Israel 37 internationalen humanitären Organisationen die Erteilung von Genehmigungen für ihre Tätigkeit im Westjordanland und im Gazastreifen, darunter renommierten Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Oxfam. Alle betroffenen Organisationen leisten humanitäre Hilfe und versorgen die Bevölkerung im Gazastreifen mit lebensnotwendigen und in vielen Fällen lebensrettenden Dienstleistungen. Selbst vor dem Völkermord waren laut Zahlen aus der Zeit vor dem Krieg etwa 80 Prozent der Bewohner des Gazastreifens auf Hilfe angewiesen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Die Folgen sind laut Amjad Al-Shawa, Leiter des Netzwerks lokaler Nichtregierungsorganisationen im Gazastreifen, lebensbedrohlich, da internationale Organisationen in ganz Gaza wichtige medizinische und Hilfsdienste betreiben. Laut einer Mitte Dezember veröffentlichten Erklärung des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) «betreiben oder unterstützen internationale Nichtregierungsorganisationen den Großteil der Feldlazarette, medizinischen Grundversorgungszentren, Notunterkünfte, Wasser- und Sanitärdienste, Ernährungszentren für akut unterernährte Kinder und wichtige Minenräumaktionen».
In einer Stellungnahme weist Ärzte ohne Grenzen die Vorwürfe, die von den israelischen Behörden in den vergangenen Tagen erhoben worden sind, entschieden zurück: «Die medizinische Hilfsorganisation würde niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind – dies widerspricht ihren grundlegenden Werten und ihrer Ethik. Die Berichte darüber, was Teams von Ärzte ohne Grenzen mit eigenen Augen in Gaza sehen – Tod, Zerstörung und die Folgen genozidaler Gewalt – mögen schwer erträglich sein, die Verantwortung dafür liegt aber bei jenen, die diese Gräueltaten begehen, und nicht bei jenen, die darüber Zeugnis ablegen.»
Derzeit unterstützt Ärzte ohne Grenzen ein Fünftel der Krankenhausbetten im Gazastreifen und begleitet jede dritte Geburt. Diese Unterstützung reicht bei Weitem nicht aus, die Bedürfnisse der palästinensischen Bevölkerung zu decken – sie zu entziehen, wird noch mehr Leid verursachen.