Bei den parteiinternen Vorwahlen der Demokratischen Partei in den USA verzeichnen mehrere pro-palästinensische Kandidatinnen und Kandidaten deutliche Erfolge. Trotz massiver Gegenwehr pro-israelischer Lobbygruppen wie AIPAC setzen sich progressive Herausforderer in mehreren Wahlkreisen durch.
In Colorado gelang der 29-jährigen demokratischen Sozialistin Melat Kiros ein Sensationssieg: Sie besiegte die langjährige Kongressabgeordnete Diana DeGette, die den Sitz seit 30 Jahren innehatte. In New York gewannen drei von Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützte DSA-Kandidaten gegen etablierte Amtsinhaber. Brad Lander schlug im zehnten Bezirk Dan Goldman mit grossem Vorsprung.
Pro-israelische Gruppierungen investierten Millionen in Gegenkampagnen – allein in New York rund 50 Millionen Dollar. Dennoch formiert sich mit dem PAL PAC ein finanzielles Gegengewicht. Analysten sehen Risse im bisherigen überparteilichen Konsens zur bedingungslosen Unterstützung Israels. Besonders bei jungen Wählern zeichnet sich ein Meinungsumschwung ab.
Im Vergleich zu Deutschland, wo die Unterstützung Israels als «Staatsräson» gilt, sind Veränderungen innerhalb der grossen Parteien schwieriger. Dort führt die Debatte eher zu Spaltungen in der Linken.