Schweizer Rohstoffhändler besitzen und betreiben fast 200 Bergwerke auf sechs Kontinenten. Eine neue Karte der Organisation Public Eye zeigt erstmals deren genaue Lage. Häufigster geförderter Rohstoff bleibt Kohle, doch auch Kupfer, Kobalt, Nickel und andere Metalle für die Energiewende gewinnen an Bedeutung.Glencore führt die Liste der Minenbetreiber klar an.
Seit der Übernahme von Xstrata 2012 steuert der Konzern aus Zug nicht nur den Handel, sondern auch Dutzende Abbaustätten. Weitere Händler wie Trafigura oder Firmen mit starken Verbindungen zur Schweiz wie Vale folgen. Über die Hälfte der Minen liegt in Lateinamerika, Afrika und Asien, 40 allein in Australien. In der Demokratischen Republik Kongo kontrollieren drei Schweizer Konzerne über 70 Prozent der Kobaltproduktion.
Die Recherche beleuchtet wiederholt soziale und ökologische Probleme: Vertreibungen von Bevölkerungsgruppen, Zerstörung von Landwirtschaftsflächen, unsichere Arbeitsbedingungen und schwere Umweltschäden. In mehreren Fällen werden Wasserreserven erschöpft oder Regenwälder gerodet. Bei der Kohle planen einige Firmen den Abbau bis 2070 weiterzuführen. Public Eye fordert bessere Aufsicht, Transparenz und klare Regeln für die Verantwortung der Konzerne.