Der Schweizer Publizist Peter Hänseler erhebt in einem ausführlichen Beitrag schwere Vorwürfe gegen die Weltwoche und deren Verleger Roger Köppel. Seit dem 7. Oktober 2023 habe sich das Magazin von einer unabhängigen Stimme zu einem «zionistischen Kampfblatt» entwickelt und vertrete einen zunehmend unkritischen Kurs gegenüber der israelischen Regierung.
Im Zentrum der Kritik stehen zwei Artikel Köppels (links unten) aus dem Frühjahr 2026. Hänseler wirft ihm vor, zentrale Argumente von Kritikern der israelischen Politik zu ignorieren, die Ereignisse vom 7. Oktober einseitig darzustellen und Vorwürfe eines Völkermords in Gaza pauschal zurückzuweisen. Dabei würden internationale Gerichtsverfahren, UNO-Berichte und abweichende Einschätzungen selbst israelischer Medien ausgeblendet.
Auch Köppels Darstellung der Entstehung Israels und seiner Rolle als «einzige Demokratie im Nahen Osten» wird von Hänseler scharf angegriffen. Er argumentiert, historische Zusammenhänge würden verkürzt oder verzerrt dargestellt, während die Lage der Palästinenser und Vorwürfe von Apartheid und Diskriminierung kaum berücksichtigt würden.
Besonders empört zeigt sich Hänseler über Köppels positiven Bezug auf ein mögliches «Grossisrael». Er wertet dies als Rechtfertigung territorialer Expansion und als Bruch mit grundlegenden völkerrechtlichen Prinzipien.
Abschliessend stellt Hänseler die Frage nach den Motiven des Weltwoche-Chefredaktors. Er wirft ihm mangelnde journalistische Sorgfalt vor und spekuliert über mögliche Einflussnahmen aus Israel, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Die unbeantworteten Anfragen an Köppel wertet er als zusätzliches Indiz für Klärungsbedarf.
https://weltwoche.de/daily/sorry-tucker-entschuldigung-professor-mearsheimer-bei-russland-kann-ich-…
https://weltwoche.de/daily/gross-israel-nicht-die-schlechteste-idee/