Trotz Blockade: Kuba nimmt Krebsmedikamente wieder in Produktion
Havanna stärkt eigene Arzneimittelversorgung

Kubas Aussenminister Bruno Rodríguez hat die Wiederaufnahme der Herstellung von 16 Krebsmedikamenten bekannt gegeben. Die Zytostatika sollen schrittweise in den Anlagen des staatlichen Pharmakonzerns BioCubaFarma produziert werden und sind für das nationale Krebsbehandlungsprogramm bestimmt. 

Rodríguez bezeichnete die Massnahme als bedeutenden Erfolg trotz verschärfter US-Blockade und anhaltender Energiekrise. Jedes hergestellte Mittel stehe für Souveränität und das Recht der Bevölkerung auf Gesundheitsversorgung. Die Produktion wird etappenweise hochgefahren, um Qualitätsstandards und technische Stabilität zu sichern. 

Kuba gilt international als Vorreiter in der Krebsimmuntherapie und hatte erst kürzlich eine neue therapeutische Impfung gegen Lungenkrebs vorgestellt. Gleichzeitig warnen die Vereinten Nationen vor den Folgen der Sanktionen: Die Kindersterblichkeit hat sich auf 9,9 pro 1000 Lebendgeburten verdoppelt, die Überlebenschancen krebskranker Kinder sind von 85 auf 65 Prozent gesunken.