Trotz Drohungen aus den USA: Kuba bleibt standhaft
Trump verschärft seine Drohungen gegen die sozialistische Karibikinsel. Doch Havanna zeigt sich kämpferisch und pocht auf Souveränität, schreibt David Siegmund-Schultze in der jungen Welt

Caracas brauche Kuba nun nicht mehr, da Washington das Land schützen werde, schrieb Trump auf truth social und erneuerte seine Drohungen gegen Havanna: «Es wird kein Öl und kein Geld mehr nach Kuba fließen – null! Ich rate ihnen dringend, eine Vereinbarung zu treffen, bevor es zu spät ist.»

Die nach der Kubanischen Revolution in den 1960er Jahren in Kraft getretene US-Blockade wurde durch die erste Regierung von Trump 2018 und nach seiner Wiederwahl Anfang 2025 dramatisch verschärft. Washingtons Kollektivbestrafung der kubanischen Bevölkerung stranguliert die Wirtschaft der Insel und greift ihre Strom-, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung an. Die USA hätten keine Autorität, Havanna ein Abkommen aufzuzwingen, schrieb Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel am Sonntag auf X. »Kuba greift nicht an; es wird seit 66 Jahren von den ‌USA angegriffen, und es droht nicht; es bereitet sich darauf vor, die Heimat bis zum letzten Tropfen Blut zu verteidigen«, hielt er Trumps Drohgebärden entgegen. Am Montag widersprach er der Behauptung des US-Präsidenten vom Vortag, es fänden Gespräche zwischen beiden Staaten statt.

Zehntausende Kubaner sind im Gesundheitswesen, dem Katastrophenschutz oder als Lehrer in Venezuela tätig. Ob sie nun durch den Druck Washingtons gezwungen sind, das Land zu verlassen, ist unklar. Die Zwangsmaßnahmen der Vereinigten Staaten zeigen aber bereits Wirkung: Seit dem US-Angriff in der Nacht zum 3. Januar – bei dem auch 32 Kubaner getötet worden sind – kommt kein venezolanisches Öl mehr in Kuba an. In Havanna will man sich den Zwangsmaßnahmen der Trump-Administration nicht unterwerfen, so Außenminister Bruno Rodríguez am Sonntag auf X: »Wie jedes andere Land hat auch Kuba das uneingeschränkte Recht, Treibstoff aus den Märkten zu importieren, die bereit sind, ihn zu exportieren.« Das tut die Insel weiterhin aus Mexiko, das Venezuela laut Financial Times im vergangenen Jahr als wichtigsten Öllieferanten Kubas abgelöst hat.