Trump droht erneut mit Nato-Austritt
USA stellen Zukunft des Militärbündnisses infrage

Kaum ist der Irankrieg vorläufig beendet, bringt US-Präsident Trump den Austritt der USA aus der Nato wieder aufs Tapet. Die Zukunft der Atlantischen Allianz werde beim Treffen mit Nato-Generalsekretär Rutte ein zentrales Thema sein, erklärte die Sprecherin des Weissen Hauses. Trump hat schon mehrmals mit dem Austritt gedroht und nutzt nun den von ihm selbst ausgelösten Angriff auf Iran als neuen Vorwand. Zudem erwähnt er wiederholt Grönland.

Rutte bemüht sich verzweifelt, die USA in der Allianz zu halten, und könnte weitere Zugeständnisse machen. Bundeskanzler Merz ist bereits eingeknickt und hat Hilfe für die Strasse von Hormus zugesagt. Die Nato erwägt laut «Handelsblatt» sogar einen Marineeinsatz im Persischen Golf, um Trump zu besänftigen – ein möglicher «Tribut» der Europäer.

Kritiker sehen in Trumps Haltung eine Chance für mehr Eigenständigkeit von Deutschland und Europa. Statt weiterer Abhängigkeit von den USA könnte ein Austritt den Weg zu einer souveräneren europäischen Sicherheitspolitik ebnen. Bisher dominiert jedoch die Angst vor einem Rückzug der USA, was zu neuen Konzessionen führt.