US-Imperialismus: Von Venezuela nach Grönland
In einem scharfen Kommentar im Overton-Magazin warnt Sevim Dagdelen, aussenpolitische Sprecherin des Bündnis Sahra Wagenknecht vor einer neuen Ära US-Imperialismus.

Der Artikel "Nächster Halt: Grönland" vom 7. Januar 2026 kritisiert die US-Intervention in Venezuela und Trumps Pläne für Grönland als völkerrechtswidrige Machtpolitik, die paradoxerweise US-Gegner stärkt, während Europa passiv zusieht.

Dagdelen beginnt mit der US-Militäraktion in Venezuela: Am 3. Januar 2026 entführten US-Truppen Präsident Nicolás Maduro, töteten mindestens 80 Menschen und versuchten, das Öl zu sichern.

Doch die Begründung – Maduro als Drogenboss – bröckelt bereits im anstehenden US-Prozess. Stattdessen übernahm Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte und signalisiert Kooperation, ohne US-Firmen freie Hand zu lassen.

Caracas intensiviert Bande zu BRICS-Staaten wie China und Russland, um US-Dominanz abzuwehren. Die USA demonstrierten damit das Ende des Völkerrechts seit 1945, argumentiert Dagdelen: Kein Alibi mehr mit Demokratie oder Menschenrechten, nur rohe Macht.

Nun zielt Trump auf Grönland ab: Unter dem Vorwand russisch-chinesischer Präsenz will er die Insel von Dänemark lösen – primär für Rohstoffe und eine arktische Front.

Statt direkter Besetzung plant die Administration "freie Assoziierungen" wie mit pazifischen Staaten (Mikronesien, Marshall-Inseln, Palau): Finanzhilfe gegen Sicherheitskontrolle.

Ein Vertrag von 1951 erlaubt bereits unbegrenzte US-Truppen; derzeit gibt es eine Basis im Norden. Dies passe zur US-Strategie, die westliche Hemisphäre (inkl. Grönland) als Basis für globale Hegemonie zu nutzen, gegen Rivalen wie China.

Sevim Dagdelen sieht Ironie: Solche Aggressionen stärken Gegenkräfte, machen Handel mit China attraktiver und emanzipieren den globalen Süden. Europa hingegen verkommt zum "Brückenkopf" Washingtons: Bundeskanzler Merz relativiert den Venezuela-Angriff als "komplex", EU-Spitzen wie von der Leyen und Kallas klammern sich an abstrakte Völkerrechtsbekenntnisse.

Dagdelen erinnert an Nord-Stream-Anschläge und US-Truppen in Europa (bis 100.000 Soldaten), plus Raketenpläne in Deutschland 2026. Die NATO-Erklärung zu Grönland – sei grotesk: Der Pakt schütze nicht vor internen Bedrohungen, wie Griechenland-Türkei-Konflikte zeigten.

Schlussfolgernd fordert Dagdelen Souveränität: Abzug US-Truppen aus Deutschland, Schließung von Basen, NATO-Austritt. Andernfalls bleibe Europa Zaungast, der "den Kakao trinkt, durch den es gezogen wird".