Was ist los im Staate Dänemark?

Gespräch mit dem dänischen Politiker Mads Palsvig, Gründer der dänischen Volkspartei «Jorden Frihed Kundskab» (JFK). JFK wurde weltweit bekannt mit wochenlangen Demonstrationen mit Töpfen vor dem dänischen Parlament, mit denen die Zwangsimpfung verhindert wurde.

Mads Palsvig an einer Kundgebung der World Freedom Allaince in Budapest (Foto zvg)

«Sie wissen es und sie schämen sich», vermutet Mads Palsvig (57), der vor dem Programmkino «Kino Vino» im fünischen Nyborg auf einem Bistrostuhl in der milden Herbstsonne sitzt. Palsvig, von Beruf ehemals Investmentbanker, ist der Kopf der dänischen Volkspartei «Jorden Frihed Kundskab» (JFK) , was so viel bedeutet wie «Erde Freiheit Wissen».

Die Anfangsbuchstaben JFK erinnern an John F. Kennedy. «Ich habe diese Anfangsbuchstaben bewusst gewählt», sagt der Politiker, «Kennedy hat sich für eine Verstaatlichung des Geldwesens eingesetzt und für mehr Demokratie. Er ist für mich ein Vorbild. Und ausserdem hätten sie sonst gesagt, ich werde von Putin bezahlt», grinst der grosse, blonde Däne.

Die kleine aber rege, 2000 Mitglieder starke Partei JFK, die seit 2016 existiert, finanziert sich nur über Mitgliedsbeiträge und erhält sonst keine externen Zuwendungen. Die nächste Folketingswahl, die Wahl des dänischen Parlaments, findet spätestens am 4. Juni 2023 statt. Um zur Wahl zugelassen zu werden, braucht JFK 20 000 Unterschriften. Palsvig winkt ab, er glaubt kaum, dass das zu schaffen ist.

Es wird der kleinen Protestpartei aber auch wirklich nicht leicht gemacht. 2020 erlebte sie Zensur, denn ihr Facebook-Account mit 469 000 Nutzern wurde geschlossen. Vor kurzem wurde ihr Paypal-Konto gesperrt. Dennoch kämpft sie weiter für ihre Ziele und möchte mit ihren politischen Impulsen die arrivierten Parteien und die dänische Gesellschaft inspirieren.

Die meisten Dänen sind politisch eher passiv

Wen meint Palsvig mit «sie wissen es und schämen sich»? Ihm geht es dabei um die 81 Prozent zweifach geimpften und später noch geboosterten Landsleute, die in ihrem Innersten wissen, dass die sogenannte «Covid-19-Impfung» wirkungslos ist und obendrein schlimme, nicht abschätzbare Nebenwirkungen haben kann. Dazu Palsvig: «Dänemark hatte zehn Prozent Übersterblichkeit im ersten Halbjahr 2022 sowie zehn Prozent weniger Geburten.»

Die Geimpften schämen sich, weil sie sich zu dieser Behandlung so unkritisch haben überreden oder nötigen lassen und weil sie die Menschen, die sich gegen die Injektionen entschieden haben, verachtet, gemobbt und diskriminiert haben. Eigentlich sollten sie sich bei den Ungeimpften, die sich gewehrt und vor den Nebenwirkungen gewarnt haben, entschuldigen, findet er.

Die Dänen sind seiner Einschätzung nach noch viel zu unkritisch, was die Coronapolitik und das digitale Kontrollszenario betrifft.

«Dänemark war früher vor allem durch Landwirtschaft geprägt. Die Menschen sind von daher immer noch eher praktisch orientiert und haben keine Lust, sich mit Politik zu beschäftigen und sich zu informieren. Obendrein sind viele Menschen demoralisiert und demotiviert und haben kein gutes Selbstwertgefühl. In der Schule werden sie gehirngewaschen. Sie denken, das Beste ist, man passt sich an. Der Konsens in Dänemark ist also: Unsere Regierung hat das mit Corona gut gemanagt. Und das traut sich keiner laut zu hinterfragen.»

Palsvig und die Mitglieder der Partei JFK haben es sich von daher auf die Fahnen geschrieben, ihre Mitbürger aufzuklären und wachzurütteln.

Erfolgreicher politischer Aktivismus

Grossen Erfolg hatte Palsvig mit seiner «Klinke-Klonke»-Aktion in Kopenhagen vor Schloss Christiansborg, wo das Folketing residiert. Von Oktober 2020 bis Januar 2021 demonstrierten hier beharrlich die Befürworter einer freien Impfentscheidung, indem sie mit Kochlöffeln auf Töpfe und Pfannen trommelten. Die Zwangsimpfung wurde gestoppt, das Epidemiegesetz geändert.

Diese Politaktion wurde international registriert und motivierte Freiheitskämpfer in anderen Ländern. Dennoch, berichtet der engagierte und charismatische Palsvig, bleibt der Regierung leider der Zugriff auf eine Zwangsimpfung, sollte eine Krankheit als «gesellschaftskritisch» eingestuft werden. Die «Impfung», auch die Zwangsimpfung, ist also in Dänemark nicht völlig vom Tisch.

JFK schreibt aber auch Journalisten und Personen im Gesundheitswesen ganz persönlich an und stellt unbequeme Fragen. «Wir wollen in diesen Bereichen Diskussion anregen und haben nichts dagegen, dass es dort auch zu Streitgesprächen kommt.» Mads Palsvig bespielt zudem das internationale Parkett und hält Reden bei internationalen politischen und wissenschaftlichen Foren. So hat er dieses Jahr am Science Summit in Amsterdam teilgenommen, am Treffen World Freedom Alliance in Budapest und an der Artificial Intelligence Conference in Warschau. Bei diesen Veranstaltungen sammelt er Ideen für seine politische Arbeit und bildet sich weiter.

Stimmung in der Bevölkerung

«Im Moment sind wir in der Urlaubsphase, die Leute schalten ab und denken, alles ist überstanden. Sollte es aber im Herbst oder Winter nochmals einen Lockdown geben, flippen die Dänen aus», ist der Eindruck von Mads Palsvig.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung würde sich nochmals impfen lassen, der Rest mache nicht mehr mit, so der Politiker. Kritische Ärzte würden sich in Dänemark nur selten outen, denn auch in Dänemark wird Ärzten und Wissenschaftlern ein Maulkorb erteilt. Es gebe keine Zusammenschlüsse kritischer Ärzte oder Anwälte.

Freie Medien und Zerwürfnisse in der Freiheitsbewegung

Freie Medien seien wenige zu finden, darunter der Internet-TV-Sender dkdox.tv, der kritische Informationen zu Covid-19, aber auch zu anderen politischen Themen bringt. Bekannt ist auch das Newsportal dissensMedia des Friheds Bevaegelsens Faellesraad (FFB), des Gemeinschaftsrats der Freiheitsbewegung. Hierbei handelt es sich um eine Vereinigung freiheitlich gesinnter Bürger, die im September 2020 als Antwort auf die autokratische Coronapolitik der Regierung gegründet wurde. DissensMedia liefert Fakten, die die dänischen Mainstreammedien links liegen lassen und gibt einen Newsletter mit rund 6200 Abonnenten heraus.

Zu den Aktionsgruppen zählen auch «Men in black», und «Folkebevaegelsen for Frihed» (Volksbewegung für die Freiheit). Es gibt ausserdem einzelne Gruppen in den sozialen Medien, die teilweise krude Theorien zum Besten geben, weiss einer der Mitarbeiter von dissensMedia zu berichten Er weist auch darauf hin, dass es eine Unterwanderung der Gesamtbewegung gibt.

Wie in anderen Ländern gibt es Konkurrenz und Zerwürfnisse zwischen den einzelnen Freiheitsprojekten und -initiativen. Auch gegenüber Mads Palsvig wird Kritik laut, bezüglich seiner Mitarbeiter, seines Arbeitsstils und diverser Undurchsichtigkeiten in seinem Lebenslauf. Die verschiedenen Strömungen der dänischen Freiheitsbewegung sind sich nicht einig und klopfen sich gegenseitig auf ihre Schwächen hin ab. Es menschelt hier genauso wie in den Freiheitsbewegungen des deutschsprachigen Raums. Dabei spielen Eitelkeiten und Status innerhalb der Bewegung eine Rolle: Wer hatte die Idee zuerst? Wer ist wichtiger? Wer hat am meisten bewirkt?

Hauptsache harmonisch und «hyggelig»

«Zwar dürfen wir in Dänemark in kleinen Gruppen alle Sachthemen diskutieren, aber wir sollten uns möglichst nicht aktiv politisch betätigen. Da heisst es dann: ‹Du darfst nicht politisch sein.›» «Man darf Politiker, mit deren Zielen man einverstanden ist, nicht unterstützen», erklärt der Politiker mit resigniertem Blick. Es ist auch deshalb nicht einfach, die Menschen zu erreichen und aus ihrer Lethargie zu reissen.

«Ich mache das hier seit sechs Jahren und manchmal denke ich, Dänemark ist ein merkwürdiges Land. Für die 5,8 Millionen Dänen ist es vor allem wichtig, dass es harmonisch und «hyggelig» (gemütlich) zugeht und sich alle einig sind.» Es sind vor allem die Handwerker und IT-Leute, die sich dem Widerstand anschliessen, während viele Akademiker eher wie religiöse Fanatiker von ihrem «Glauben an die Wissenschaft» sprechen.

Herbst und Winter


«Wir möchten erreichen, dass Geimpfte und Ungeimpfte sich wieder näher kommen und dieses Jahr zusammen Weihnachten feiern.» Mit dem Ukrainekrieg soll Palsvigs Meinung nach vom Desaster der Impfkampagne, der relativ hohen Anzahl von Impftoten und -geschädigten, abgelenkt werden. Die Regierung möchte die Dänen diesen Herbst und Winter ausserdem auf einen möglichst niedrigen Lebensstandard einschwören.

Um die hohen Energiekosten in den Griff zu bekommen, macht Palsvig folgenden Vorschlag: Man sollte 0,1 Prozent Steuern auf alle Überweisungen und Finanztransaktionen erheben. «Damit bekommen wir auch die multinationalen Unternehmen dran, die sich sonst vor dem Steuerzahlen drücken», meint der Politiker. Das Finanzministerium sollte zudem eine Steuersenkung auf Energiekosten vornehmen. «Man bezahlt in Dänemark mehrfach für seinen Strom. Das sieht man auf der Stromrechnung, sogar Mehrwertsteuer auf die Mehrwertsteuer.»

JFK hat zu vielen gesellschaftlichen Themen etwas zu sagen: Neben der Nationalisierung der Zentralbanken, dem Absenken der Einkommenssteuer, einer Reduktion der Bürokratie und dem Stopp von 5G setzt sie sich für eine möglichst schadstofffreie Landwirtschaft ein und möchte der Naturmedizin wieder einen Stellenwert verschaffen. Die EU in ihrer heutigen Verfasstheit wird abgelehnt. Ausserdem sollte Dänemark, wenn es nach JFK ginge, nicht mehr an den verbotenen Kriegen teilnehmen.

08. September 2022
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