Der israelische General Avi Bluth, zuständig für das Westjordanland, hat in einem internen Treffen eingeräumt, dass die Armee dort mit bisher nicht gekannter Härte vorgeht. «Wir töten, wie wir seit 1967 nicht getötet haben», wird Bluth von der israelischen Zeitung «Haaretz» zitiert. Das Zitat stammt aus einem geleakten Dokument.
Bluth bezieht sich auf den Sechstagekrieg von 1967, in dessen Folge Israel das Westjordanland eroberte. In den vergangenen drei Jahren seien dort rund 1500 Palästinenser getötet worden. Der General verteidigte zudem unterschiedliche Vorgaben für den Schusswaffengebrauch: Während auf israelische Siedler, die Steine werfen, zurückhaltend reagiert werde, gelten für Palästinenser deutlich lockerere Regeln. Bluth sprach von «präziser Aggressivität» als Mittel zur Abschreckung.
Im Westjordanland leben etwa drei Millionen Palästinenser neben rund 700'000 israelischen Siedlern. Die israelische Regierung treibt den Ausbau der Siedlungen weiter voran und stellt dafür zusätzliche Hunderte Millionen Euro bereit. Kritiker sehen darin eine Verschärfung des Konflikts und eine Erschwerung einer friedlichen Lösung. Die israelische Armee hat sich zu dem Bericht bislang nicht öffentlich geäussert, die Echtheit des Dokuments aber auch nicht bestritten. Die Aussagen Bluths sorgen international für Aufsehen und werfen neue Fragen zur Strategie Israels in den besetzten Gebieten auf.