600 Stimmen für Gaza – doch die Deutschschweiz schweigt
Breit abgestützter Appell an den Bundesrat findet in der Westschweiz Gehör, in den Deutschschweizer Leitmedien hingegen kaum Beachtung.

Rund 600 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Politik – darunter die Alt-Bundesräte Ruth Dreifuss, Micheline Calmy-Rey und Joseph Deiss – fordern den Bundesrat auf, Israels Verstösse gegen das Völkerrecht klar zu verurteilen, Sanktionen zu prüfen und schwer verletzte Menschen aus Gaza in Schweizer Spitälern zu behandeln. 

Fachleute verwiesen an einer Medienkonferenz auf die Zerstörung des Gesundheitswesens in Gaza und die Behinderung humanitärer Hilfe. Völkerrechtler betonten, die Schweiz sei verpflichtet, auf die Einhaltung des humanitären Rechts hinzuwirken. 

Während Medien in der Romandie und im Tessin ausführlich berichteten, blieb das Echo in der Deutschschweiz weitgehend auf kurze Agenturmeldungen beschränkt. Die Autorin sieht darin ein besorgniserregendes Ungleichgewicht in der Berichterstattung über den Nahostkonflikt und vermutet politische sowie historische Gründe für das Schweigen.


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