Armut in der Schweiz: Viele Haushalte haben kaum finanzielle Reserven
Die neue Sozialhilfestatistik des Bundes zeigt: 2025 bezogen rund 267 300 Menschen in der Schweiz wirtschaftliche Sozialhilfe. Das entspricht einer Quote von 2,9 Prozent.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit 4,8 Prozent. Bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt die Quote bei 5,4 Prozent, bei Schweizerinnen und Schweizern bei 1,9 Prozent.

Gleichzeitig zeigt eine ZHAW-Studie, wie rasch finanzielle Sicherheit verloren gehen kann: Knapp 45 Prozent der Befragten könnten ihren Lebensstandard bei einem Lohnausfall höchstens drei Monate halten. Rund 15 Prozent verfügen über keinerlei liquide Reserven. Selbst bei Haushalten mit mindestens 10 000 Franken Monatseinkommen hat mehr als ein Viertel nur ein Polster für höchstens drei Monate.

Steigende Fixkosten, Krankenkassenprämien und hohe Wohnkosten verschärfen die Lage. 2024 konnten zudem 20,7 Prozent der Bevölkerung eine unerwartete Rechnung von 2500 Franken nicht begleichen. 

Rund 32 600 Geflüchtete wurden 2025 unterstützt, die Quote beträgt 83,6 Prozent. Dazu kommen rund 68 000 Personen mit Schutzstatus S, ihre Quote liegt bei 81,1 Prozent. Vier von fünf Schutzsuchenden leben also von der Sozialhilfe, mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine.