Das Schweizer Unternehmen Lindt & Sprüngli bezieht den Hauptanteil seiner Kakaobohnen aus Ghana, die es in Kilchberg und weiteren Fabriken weltweit zu Schokoladentafeln, Ostereiern und Pralinés weiterverarbeitet. «Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Lindt & Sprüngli», «von der Beschaffung der Kakaobohnen bis zum Schokoladen Produkt, seit 2008», heisst es. Die Konzernverantwortungsinitiative zeichnet ein ganz anderes Bild von den Kilchbergern.
In Ghana und Côte d’Ivoire arbeiten etwa 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Auf diesen Plantagen werden hochgiftige Pestizide, die in der Schweiz und der Europäischen Union verboten sind, eingesetzt. Die Bauern, Bäuerinnen und Kinder werden durch diese Pestizide krank. Diese Menschen produzieren Kakao für die sehr guten, sehr teuren Schokoladen und Pralinen von Lindt & Sprüngli. In Westafrika geht dabei ein erheblicher Teil der Abholzung direkt auf die Ausweitung von Kakao-Plantagen zurück. Auch die Bienen sterben durch die giftigen Pestizide, die in Europa als «Bienenkiller» bekannt und verboten sind. Ohne Bienen müssen die Kakaopflanzen oft von Hand bestäubt werden.
Schokolade von Lindt & Sprüngli ist für die Aktionäre nachhaltig profitabel
Die Aktien von Lindt & Sprüngli AG gehören zu den am höchsten bewerten Aktien der Welt. Eine Aktie kostet 126 400 Schweizer Franken (140 400 Euro). Marktkapitalwert des Unternehmens: 26.46 Milliarden Schweizer Franken (29,4 Milliarden Euro)
Lindt & Sprüngli lässt auch die Aktionäre am Gewinn teilhaben. Die Dividende wurde um 15 Prozent auf 575 Franken pro Namenaktie und auf 57,50 Franken pro Partizipationsschein erhöht. Die so genannten Entschädigungen für den Chef Ernst Tanner von Lindt & Sprüngli sanken dabei: von 8 Millionen Franken im Vorjahr auf 6,9 Millionen Schweizer Franken. Die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung von Lindt & Sprüngli sowie der erweiterten Geschäftsleitung – gesamthaft sieben Personen – erhielten 2012 zusammen 10,6 Millionen Franken nach 11,2 Millionen Franken im Vorjahr.
Eine Verkäuferin bei Lindt & Sprüngli verdiente im Jahre 54 000 Franken, also 128-mal weniger als der Chef von Lindt & Sprüngli Ernst Tanner. (Der Monatslohn einer Lindt & Sprüngli-Verkäuferin beträgt 4500 Franken.)
Durchschnittliche monatliche Lebenshaltungskosten in der Schweiz: Für eine Familie mit zwei Kindern muss, je nach Wohnort, mit Kosten im Monat von CHF 6.000 bis CHF 9.000 gerechnet werden.
Wie steht es mit dem Einkommen von Lindt & Sprünglis Kakaobauern in Ghana?
In der Publikation der Konzernverantwortungs-Intiative, «Nachhaltig vergiftet, wie Lindt & Sprüngli Kakaobäuer:innen hochgiftigen Pestiziden ausgesetzt sind», ist zu lesen: «Die meisten Kleinbauern die Kakaobohnen anpflanzen leben in Armut, da sie ihre Kakaobohnen nicht zu existenzsichernden Preisen verkaufen können.» «In Ghana steckt der Kakaoanbau in einer beispiellosen Krise. Die Böden sind von den Monokulturen und vom Einsatz synthetischem Dünger und Pestiziden ausgelaugt. Die Klimakrise schwächte die Bäume zusätzlich: Phasen mit täglichen Höchsttemperaturen von über 32 Grad Celsius haben sich im letzten Jahrzehnt um drei Wochen pro Jahr verlängert, zu heiss für die Kakaobäume. Am meisten darunter leiden darunter Kleinbauern.

Screenshot aus Börseninfos MSN
Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli profitiert von gestiegenen Schokoladenpreisen. Der Umsatz des Unternehmens stieg im letzten Jahr um acht Prozent auf fast sechs Milliarden Franken. Das Umsatz-Plus ist vor allem auf Preiserhöhungen zurückzuführen.
Lindt & Sprüngli hat 2025 weniger Schokolade verkauft. Dank einer aggressiven Preisstrategie konnte der Luxusschokolade-Hersteller den Umsatz trotzdem steigern. Das Unternehmen aus Kilchberg steigerte laut Mitteilung im vergangenen Jahr den Umsatz mit Lindor Kugeln, Pralinés, Schoggi Hasen und Dubai Schokolade um 8.2 Prozent auf 5.92 Milliarden Franken.
Lindt & Sprüngli, Ecom und Syngenta: Milliardengewinne in der Schweiz – bittere Armut in Ghana
Die Schweiz ist ein globales Schwergewicht im Kakaohandel. Vier der zwölf grössten Kakaokonzerne haben ihren Sitz in der Schweiz: Barry Callebaut, Ecom, Nestlé und Lindt & Sprüngli. Anders als für die Kakaobauern in Ghana läuft das Geschäft für Lindt & Sprüngli prächtig: Umsatz 2024: 5,5 Milliarden Schweizer Frankem. Börsenwert Oktober 2025: 30 Milliarden Schweizer Franken.
Lindt & Sprüngli wichtigster Partner in Ghana ist Ecom (ECOM Agroindustrial Corp. Ltd.) ein globaler Rohstoffhandelskonzern mit Hauptsitz in Pully, nahe Lausanne. Die Einnahmen des Konzerns wurden 2022 auf 4,95 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auch einer der weltweit grössten Pestizidproduzenten Syngenta mit Hauptsitz in Basel, mischt im Kakaobusiness in Ghana mit. In den Agroshops in Ghana finden sich zahlreiche Pestizide von Syngenta und der Tochterfirma Adama, die in Europa und der Schweiz verboten sind. Verbote seien kein Grund für den Export für diese Pestizide nach Afrika, schrieb Syngenta.
Erlebe die köstliche Welt der Schokolade
«Lindt Home of Chocolate» in Kilchberg bei Zürich wird von Hunderttausenden besucht. Die Baukosten für das Museum in Kilchberg sollen 10 Millionen Schweizer Franken (11 Millionen Euro) gekostet haben.
Das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg, Schweiz, hat im Jahr 2023 einen beeindruckenden Besucherrekord von 752.053 Gästen verzeichnet. Dies macht es zu einer der beliebtesten touristischen Attraktionen des Landes und zeigt das große Interesse der Besucher an der Schokoladenindustrie.
Die Baukosten für das Schokoladenmuseum Lindt und Sprüngli in Zürich wurden mit CHF 10.000.000 angegeben. Dieser Betrag umfasst die Kosten für den Bau des Gebäudes, die Ausstellung, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, ein Café, Lounge, Shop, Chocolateria und Büro. Der Bau wurde von der gemeinnützigen Lindt Chocolate Competence Foundation geleitet und erhielt die Bauherrschaft von Winklmann Bauherrenvertretung GmbH. Die Bauzeitraum erstreckte sich von 2016 bis 2020, und das Museum wurde 2020 eröffnet.
Lindt & Sprüngli ist für seine Kakaobauern in Afrika nicht so splendid.
Was ist die Konzernverantwortungsinitiative?
Die Konzernverantwortungsinitiative ist eine Initiative, die darauf abzielt, Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen im Inland und Ausland Menschenrechte und Umweltschutz zu respektieren und für angemessene Schäden zu haften. Die Initiative wurde eingereicht und ist eine der ersten in der Schweiz, die sich für Konzernverantwortung einsetzt. Sie zielt darauf ab, verbindliche und international abgestützte Regeln zu schaffen, um Schweizer Unternehmen weltweit Menschenrechte und Umweltstandards zu respektieren. Die Initiative wurde lanciert, nachdem die erste Initiative 2020 am Ständemehr (Kantone) scheiterte, und bietet eine Plattform für die Unterstützung und das Engagement der Bürger. (Die Mehrheit der Schweizer Stimmbürger stimmte der Initiative 2020 zu, aber nicht eine Mehrheit der Kantone.)