In Uruguay hat im November 2025 ein massives Bienensterben Alarm ausgelöst. Betroffen sind über 15.000 Bienenstöcke. Die Analyse einer übergreifenden Arbeitsgruppe ergab: In 11 von 12 nach Spanien gesandten Proben wurde Glyphosat nachgewiesen (jeweils knapp über der Nachweisgrenze). In 4 Proben kamen weitere (nicht näher benannte) Wirkstoffe vor. Es gab keine Rückstände von Paraquat oder Diquat in den 43 analysierten Proben aus 36 Standorten. Typische Bienenkrankheiten konnten als Ursache ausgeschlossen werden.
Glyphosat rückt durch die Funde und weltweite Studien zu negativen Effekten auf Bestäuber besonders in den Fokus. Glyphosat, das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid, zeigt in zahlreichen wissenschaftlichen Studien subletale (nicht sofort tödliche) Effekte auf Honigbienen (Apis mellifera) und Hummeln (Bombus-Arten). Direkte akute Toxizität ist meist gering, doch indirekte und langfristige Schäden sind gut dokumentiert. Glyphosat trägt aber durch Mikrobiom-Störung, Verhaltensbeeinträchtigung und Kolonie-Schwächung zum globalen Bestäuber-Rückgang bei – besonders bei chronischer, subletaler Exposition in Agrarlandschaften.
Glyphosat ist in der EU weiterhin als Wirkstoff zugelassen – und zwar bis zum 15. Dezember 2033. Die Europäische Kommission hat die Genehmigung Ende 2023 um zehn Jahre verlängert.
Die Arbeitsgruppe in Uruguay betrachtet das Massensterben als Teil des globalen Problems und fordert deutlich strengere Überwachung und Vorsorge im Agrarbereich.