Die Bewegung für Neutralität (bene.swiss) hat im Februar beschlossen, den jeweils ersten Tag im Monat als Tag der Neutralität und des Friedens zu begehen, Fahnen an den Balkon zu hängen oder Mahnwachen durchzuführen.
Morgen fällt nun der Tag der Neutralität mit dem Tag der Arbeit zusammen, eine passende Kombination, finde ich.
Die Linken können zwar mit der Neutralität nicht mehr viel anfangen und belächeln sie gerne als moralische Pose, als überkommenes Relikt. Die Exponenten der linken Parteien machen sich deshalb für eine Annäherung an die Nato stark.
Das ist ein grosser Irrtum. Ein Land, das seine politische Unabhängigkeit preisgibt, verlliert auch die Kontrolle über seine wirtschaftlichen Spielregeln.
Neutralität ist kein moralisches Ornament, sie ist ein handfester Standortvorteil. Weil sich die Schweiz nicht in militärische Bündnisse verstrickt, bleiben die Militärausgaben vergleichsweise tief. Dieses Geld fehlt nicht – es steht für Bildung, Infrastruktur und soziale Stabilität zur Verfügung. Das stärkt die Kaufkraft.
Gleichzeitig schützt Neutralität die wirtschaftliche Eigenständigkeit.Die Schweiz kann aussenwirtschaftlich mit allen Ländern Handel treiben. Sie kann ihre Arbeitsmarktregeln selbst setzen, ihre Löhne verteidigen und ihre Sozialpartnerschaft pflegen. Das Resultat sehen wir jeden Monat: hohe Löhne, stabile Arbeitsverhältnisse, starke Binnenwirtschaft.
Die Schweiz beweist es seit 1815: Neutralität hält uns raus aus Kriegen und Rüstungswahnsinn (aber leider nicht mehr aus Sanktions-Spiralen). Statt Milliarden für Panzer und Raketen zu verbraten, fliessen die Steuergelder in Löhne, AHV, Arbeitslosenkassen und ein vorbildliches Bildungssystem.
Ergebnis? Durchschnittslöhne von über 6'500 Franken brutto – Spitzenplatz weltweit (kleine Steuerparadiese ausgenommen). Wir müssen die Arbeiterschaft nicht mit Billiglöhnen abspeisen, um «wettbewerbsfähig» zu bleiben.
Wer die Neutralität aufweicht, riskiert mehr als gefährliche aussenpolitische Verschiebungen. Er öffnet die Tür für fremde Interessen. Eine Annäherung an die Nato und die Militärstrukturen der EU bedeuten höhere Militärausgaben, mehr geopolitische Abhängigkeit, weniger Spielraum im Inland.
Neutralität ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Erfolgsmodell – gerade für Arbeitnehmende.
bene hat einen Flyer zu diesem Thema kreiert. Wenn Sie an eine 1. Mai-Demo gehen, können Sie sich den Flyer downloaden, ausdrucken und verteilen. Hier Download.
Der Tag der Arbeit ist auch der Tag der Neutralität
Die Linken können mit der Neutralität nicht mehr viel anfangen. Das ist ein grosser Irrtum. Die Neutralität ist auch für Arbeitnehmer ein grosser Standortvorteil.
(Illustration: ChatGPT)
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