Deutschland bewegt sich schrittweise zurück zur Wehrpflicht. Nach der Verabschiedung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes im Dezember 2025 haben Tausende Schülerinnen und Schüler in über neunzig Städten den Unterricht bestreikt. Mit Plakaten wie «Nein zur Wehrpflicht!» und «Friedrich an die Front» wehrten sie sich gegen verpflichtenden Militärdienst für junge Männer und die Erfassung ganzer Jahrgänge.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung kritisiert in einer neuen Publikation den zunehmenden Militarisierungskurs. Viele Regierungsvertreter erwarten im Rahmen der «Zeitenwende» breite Zustimmung der Bevölkerung. Doch die Realität sieht anders aus: Ende Februar 2026 reagierten lediglich rund 50 Prozent der angeschriebenen Männer und nur sechs Prozent der Frauen auf die Wehrerfassungsbriefe.
Die Broschüre räumt mit Mythen auf und liefert Fakten zu Kriegsdienst und Wehrpflicht. Sie sieht die niedrige Resonanz als klares Zeichen, dass der «freiwillige Zwang» nicht wie geplant funktioniert. Damit rückt eine breitere Debatte über die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht näher. Die Publikation ruft dazu auf, sich in Alltagsgesprächen und bei künftigen Protesten mit fundierten Argumenten zu beteiligen.