Deutschlands Gold in fremden Tresoren: Vertrauensfrage mit politischer Sprengkraft
Warum über 1.200 Tonnen weiter in New York lagern, was die Bundesbank dazu sagt und warum die Debatte jetzt neu aufflammt.

Mehr als ein Drittel der deutschen Goldreserven lagert bei der US-Notenbank in New York – und rückt angesichts der politischen Unsicherheiten in den USA erneut in den Fokus. Insgesamt verwaltet die Bundesbank rund 3.352 Tonnen Gold, den zweitgrössten staatlichen Bestand weltweit.

Davon liegen 1.710 Tonnen in Frankfurt, 1.236 Tonnen bei der Federal Reserve in New York und 405 Tonnen bei der Bank of England in London. Historisch erklärt sich die Auslandsverwahrung aus dem Wirtschaftswunder und dem Kalten Krieg: Deutschlands Exportüberschüsse wurden in den USA in Gold umgetauscht und aus Sicherheits- und Handelsgründen im Ausland belassen.

Die Bundesbank betont, sie könnte das gesamte Gold in Deutschland lagern, hält die internationale Streuung jedoch für sinnvoll. New York und London seien wichtige Handelsplätze, an denen Gold im Krisenfall rasch in Fremdwährungen getauscht werden könne.

Sicherheitsbedenken weist die Notenbank zurück: Regelmässige Inspektionen und Stichproben bestätigten Bestand und Echtheit der Barren.

Um Zweifler zu beruhigen, liess die Bundesbank zwischen 2013 und 2017 rund 674 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Deutschland bringen; Paris wurde als Lagerort aufgegeben.

Zusätzlich setzt die Notenbank auf Transparenz und veröffentlicht seit 2015 eine vollständige Barrenliste. Im Frankfurter Geldmuseum können Besucher sogar einen echten Goldbarren sehen – als sichtbares Zeichen dafür, dass Deutschlands Gold tatsächlich existiert und überprüft wird.