EU-Ratspräsident sucht Gespräch mit Moskau
Vorsichtiger Vorstoss statt reiner Druckpolitik

Entgegen der bisherigen Linie der Europäischen Union, die vor allem auf Sanktionen und Drohungen setzte, hat Ratspräsident António Costa offenbar erste Fühler nach Moskau ausgestreckt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat ein enger Berater Costas bereits zweimal mit einem hochrangigen russischen Beamten telefoniert, um einen direkten Draht zu Kremlchef Wladimir Putin anzubahnen. Eine offizielle Bestätigung fehlt bislang. 

Beobachter werten den Schritt als mögliche Vorbereitung auf künftige Verhandlungen zum Ukraine-Krieg. Ob Costa am EU-Gipfel am Donnerstag für diesen Vorstoss kritisiert wird, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig melden sich Meldungen aus dem Donbass, wo russische Truppen auf die strategisch bedeutsame Stadt Kostiantynivka vorrücken. Die Lage an der Front könnte sich damit weiter zugunsten Russlands verschieben.