«Finger ab dä Rösti» - Petition fordert gentechnikfreie Züchtung
Schlechte Kartoffelernte befeuert Gentechnik-Debatte

Die Schweizer Kartoffelernte ist 2026 wegen Hitze und Trockenheit historisch tief ausgefallen. Laut Swisspatat liegt sie rund 25 Prozent unter dem Durchschnitt früherer Jahre; es fehlen voraussichtlich 130’000 Tonnen. Der Selbstversorgungsgrad sinkt damit von üblichen rund 85 auf 70 bis 75 Prozent. Die Kartoffelbranche fordert deshalb robustere Sorten und schnellere Züchtungsverfahren. Mit herkömmlichen Methoden dauere die Entwicklung einer neuen Sorte zwölf bis 15 Jahre.

Der Verein für gentechnikfreie Lebensmittel hält mit der Petition «Finger ab dä Rösti» dagegen. Er fordert Swisspatat, Migros und Zweifel auf, konsequent auf traditionell gezüchtete, gentechnikfreie Kartoffeln zu setzen. Kritiker warnen, dass einzelne gentechnisch eingeführte Resistenzgene von Krankheitserregern überwunden werden könnten. Sie plädieren dafür, öffentliche Mittel in die Weiterentwicklung bewährter Züchtungsmethoden zu investieren. Bundesrat Albert Rösti will neue Verfahren wie Cisgenese und gezielte Mutagenese mit einem Spezialgesetz zulassen. Der Vorschlag stiess in der Vernehmlassung auf breite Ablehnung. Das geltende Gentechnik-Moratorium für klassische gentechnisch veränderte Organismen soll voraussichtlich bis 2030 bestehen bleiben.