Haben die USA bald keine Raketen mehr?
Washington fordert Patriots von Polen zurück

Den USA gehen im Krieg gegen den Iran offenbar die Flugabwehrraketen aus. Wie die polnische Zeitung Rzeczpospolita berichtet, hat Washington bei Polen angefragt, bereits gelieferte Patriot-Systeme und vor allem die dazugehörige Munition an den Persischen Golf zu schicken. Die polnische Regierung zeigt sich wenig begeistert.  

Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz betonte, die Raketen dienten dem Schutz Polens und der gesamten NATO-Ostflanke und kämen nicht infrage. Auch das Präsidialamt lehnte das Ansinnen zunächst ab, liess aber mit der Bemerkung, man nehme die Bündnisverpflichtungen gegenüber den USA ernst, einen kleinen Interpretationsspielraum.  

Unterdessen kehrte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mit einer «historischen Einigung» aus den Golfstaaten zurück. Er schloss ein Abkommen über die gemeinsame Produktion von Abwehrdrohnen. Gleichzeitig lieferte er sich einen öffentlichen Streit mit dem Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der die Qualität ukrainischer Drohnen kritisiert hatte. Selenskij konterte scharf. Papperger ruderte später zurück.  

Die Ukraine setzte ihre Drohnenangriffe auf russische Ölverarbeitungsanlagen fort, Russland antwortete mit intensiven Angriffen auf ukrainische Militärflughäfen. Der Fall zeigt die zunehmenden Materialprobleme der USA auf zwei Fronten gleichzeitig.