Laut Statista fühlt sich jeder fünfte Deutsche sehr einsam, während ein Drittel angibt, sich hin und wieder einsam zu fühlen. Dies sind alarmierende Zahlen, die KI-Gefährten aufgrund ihrer schnellen Verfügbarkeit als Hilfsmittel attraktiv machen, um diese Gefühle zu lindern.
Eine Umfrage von NordVPN zeigt, dass 52 % der Deutschen auf Technologie zurückgreifen, um ihre psychische Gesundheit zu verbessern, darunter KI-gesteuerte Therapien und Gesprächspartner. Diese Tools versprechen zwar eine bequeme und schnelle Hilfestellung, bergen jedoch auch erhebliche Risiken für die Privatsphäre und das emotionale Wohlbefinden der Nutzer.
KI-Gesprächspartner: mehr Schein als Sein?
KI-gesteuerte Gesprächspartner wie Replika erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie Menschen, die sich einsam fühlen, eine Konversation und emotionale Interaktion bieten. Nutzer sehen die Bots mitunter als Trostspender und eine erhebliche emotionale Unterstützung. Experten raten jedoch zur Vorsicht.
„KI-Gefährten simulieren eine menschliche Verbindung, ersetzen aber keine echten menschlichen Beziehungen“, erklärt Adrianus Warmenhoven, Cybersicherheitsexperte bei NordVPN. „Noch besorgniserregender ist ihr Potenzial, Abhängigkeiten zu fördern und zugleich persönliche Daten zu extrahieren, die an Dritte weitergegeben oder von Hackern missbraucht werden könnten.“
KI-Chatbots nutzen umfangreiche Datensätze, um Antworten zu generieren, und ermöglichen so ansprechende und reaktionsschnelle Interaktionen. Dies bedeutet jedoch auch, dass sensible Benutzerdaten – einschließlich Verhaltensweisen, Emotionen und Interaktionen – analysiert, gespeichert und möglicherweise weitergegeben werden können.
Die Risiken für die Privatsphäre von KI-Gefährten
- Datenerfassung und -missbrauch: Viele KI-Anwendungen sammeln umfangreiche Informationen, darunter Konversationsverläufe, Schlafmuster und verhaltensbezogene Daten. Diese Informationen sind möglicherweise nicht ausreichend gesichert, sodass Benutzer im Falle eines Datenlecks nicht umfassend geschützt sind.
- Fehlende Verschlüsselung: Die meisten KI-Chatbots verfügen nicht über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass vertrauliche Unterhaltungen für Dritte zugänglich sein könnten.
- Kommerzielle Nutzung: Kostenlose KI-Freunde monetarisieren Nutzerdaten oft, indem sie sie an Werbetreibende verkaufen, was die Privatsphäre untergräbt.
Aspekte der psychischen Gesundheit
Während KI-Tools wie Apps für kognitive Verhaltenstherapie (CBT) nachweislich dazu beitragen können, Stress abzubauen und leichtere psychische Probleme zu bewältigen, warnen Fachleute davor, sich bei schweren psychischen Erkrankungen auf Chatbots zu verlassen. Generative KI ist nicht in der Lage, nonverbale Signale wie Tonfall, Körpersprache oder Gesichtsausdrücke zu interpretieren, die für die Diagnose psychischer Krisen von entscheidender Bedeutung sind.
Adrianus Warmenhoven führt weiter aus: „KI-Chatbots verfügen nicht über die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, um kritische Situationen wie Selbstmordgedanken zu bewältigen. In einigen gemeldeten Fällen haben Bots unangemessene Ratschläge erteilt, was die Wichtigkeit einer professionellen Intervention unterstreicht.“
So nutzen Sie KI-Tools auf sichere Weise
- Wählen Sie klinisch validierte Tools: Entscheiden Sie sich für Apps und Plattformen, die von medizinischen Fachkräften empfohlen werden. Verlassen Sie sich bei der Unterstützung der psychischen Gesundheit möglichst nicht auf die Alltags-KI-Assistenten.
- Beschränken Sie die Datenweitergabe: Geben Sie nur wesentliche Details weiter und vermeiden Sie die Offenlegung hochsensibler Informationen, wie z. B. finanzielle oder zutiefst persönliche Probleme.
- Überprüfen Sie die Datenschutzrichtlinien: Prüfen Sie, ob die Anwendung eine Verschlüsselung bietet und klar angibt, wie mit Benutzerdaten umgegangen wird.
- Seien Sie sich gewisser Manipulationstaktiken bewusst: Seien Sie sich bewusst, dass KI-Tools zwar eine emotionale Bindung simulieren können, um die Interaktion zu steigern, aber kein echtes Einfühlungsvermögen oder Verständnis zeigen.
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