Amnesty-Menschenrechtspreis 2026 für Khaled Quzmar
Palästinensischer Kinderrechtsanwalt für jahrzehntelangen Einsatz ausgezeichnet

Der diesjährige Menschenrechtspreis von Amnesty International in Deutschland geht an den palästinensischen Rechtsanwalt und Kinderrechtsexperten Khaled Quzmar. Die mit 20’000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seinen langjährigen Einsatz für die Rechte von Kindern in den illegal besetzten palästinensischen Gebieten.Quzmar hat systematische Menschenrechtsverletzungen an Kindern im Westjordanland, in Gaza und Ostjerusalem für UN-Gremien und internationale Gerichte dokumentiert. Er ermöglichte zahllosen Kindern und ihren Familien Rechtsbeistand sowie psychosoziale Unterstützung. 

Wegen seiner Arbeit war er massivem Druck und Diffamierungen durch israelische Behörden ausgesetzt, wurde vom Geheimdienst vorgeladen und mit Haft bedroht. Als langjähriger Generaldirektor von Defense for Children International – Palestine (DCI-P) musste er die Organisation im Frühjahr 2026 nach über 35 Jahren auflösen. Seit Juni leitet er das Palestinian Center for Child Rights.Amnesty-Generalsekretärin Julia Duchrow betonte, Quzmar gebe seit fast 40 Jahren der vulnerabelsten Gruppe – den Kindern – eine Stimme. Seit Oktober 2023 seien in Gaza mindestens 20’000 Kinder getötet worden, über 17’000 hätten ihre Familien verloren. In israelischen Gefängnissen seien derzeit mindestens 350 Minderjährige inhaftiert, viele in Administrativhaft ohne Anklage.Die Preisverleihung findet am 25. November 2026 in Berlin statt.