Das Westjordanland ist die unsichtbare zweite Front in Israels Krieg gegen Gaza

Ermutigt durch das Schweigen der Welt, arbeiten israelische Siedler Hand in Hand mit dem Militär, um die Palästinenser im gesamten Westjordanland zu terrorisieren.

Siedlungsbau in der Westbank. Foto: Christa Dregger

Es besteht die Tendenz, Palästina in Einzelteile zu zerlegen und die verschiedenen Formen der Segmentierung der palästinensischen Bevölkerung und ihre Trennung voneinander als etwas Angeborenes und Natürliches zu betrachten und nicht als Ausdruck kolonialer Teilungs- und Herrschaftstaktiken. Infolgedessen geht das Gesamtbild oft verloren, was zu einer Analyse führt, die eng miteinander verbundene Ereignisse als grundsätzlich unzusammenhängend darstellt.

 

Während die Augen der Welt verständlicherweise auf die Gräueltaten Israels im Gazastreifen gerichtet sind, hat das israelische Militär seine Angriffe auf die im Westjordanland lebenden Palästinenser intensiviert.
Israel hat palästinensische Gemeinden abgeriegelt, die Eingänge blockiert und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, während Siedler in ländlichen Gebieten frei umherstreifen und eifrig auf Palästinenser schießen dürfen, die ihren Weg kreuzen.

Gleichzeitig hat das israelische Militär seine Razzien im gesamten palästinensischen Westjordanland verschärft. Es sind Geschichten von abgrundtiefer Grausamkeit und Folter bekannt geworden, bei denen Soldaten und Siedler Palästinenser zusammengetrieben und in mindestens einem Fall angeblich entkleidet, mit verbundenen Augen, sexuell missbraucht und sogar auf sie uriniert haben.
Mehr als 165 Palästinenser wurden in den letzten drei Wochen allein im Westjordanland getötet, mindestens 2.200 wurden verhaftet.

Dies ist ein umfassender Rachefeldzug gegen die Palästinenser. Es ist eine Gelegenheit für Israel, seine Kolonisierungsbemühungen im gesamten Westjordanland zu intensivieren und Pläne voranzutreiben, die schon vor langer Zeit in Gang gesetzt wurden.

Die Palästinenser verstehen, dass das Westjordanland und der Gazastreifen zwar geografisch voneinander getrennt sind, aber dennoch Teil derselben Geschichte sind. Sie dienen als verschiedene Schlachtfelder in demselben zionistischen Krieg zur Kolonisierung ganz Palästinas. Die Angriffe auf Palästinenser, wo immer sie leben, bilden ein Kontinuum, das bis zur Nakba zurückverfolgt werden kann.


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Fathi Nimer ist palästinensischer Fellow von Al-Shabaka. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Arab World for Research and Development, als Lehrbeauftragter an der Universität Birzeit und als Programmbeauftragter beim Ramallah Center for Human Rights Studies. Der Artikel erschien erstmals auf englisch in der US-Zeitung «Nation»

Kommentare

Propaganda pur

von Roland Knecht
Warum huldigen westliche Journis dem tausendfach wiederholten Narrativ der Hamas oder der so genannten Palestinänser, obwohl klar und offensichtlich falsch? Ich verstehe es nicht. Wie können Demokraten aus der Schweiz der einzigen Demokratie in der Region Israel so in den Rücken fallen und diese Lügen aus PALLYWOOD verbreiten? Traut ihr den Infos aus den totalitären und korrupten islamistischen Vasallen-Gebilden des IRAN mehr als jenen aus dem Rechtstaat Israel und der anerkannten Geschichtsschreibung der ganzen Welt?  https://youtu.be/cDorBu58t44?si=j_JZSpmCFI4TH49z   Hinterfragen der Narrative aus PALLYWOOD wäre Pflicht. https://youtu.be/R-x-cRReI1A?si=Qha76AArIm_eq9e3 Jeder Bewohner des Gazastreifens, oder der Westbank, der in Frieden leben möchte, beneidet die arabischen Bürger Israels um ihre Bürgerrechte.