Friedrich Merz hat das Schicksal Deutschlands untrennbar mit jenem der Ukraine verknüpft. Je stärker Berlin mit Kiew zusammenarbeitet – etwa bei der gemeinsamen Drohnenproduktion –, desto höher steigt das Risiko einer Ausweitung des Konflikts, beschreibt Lutz Herden im Freitag.
Moskau betrachtet solche Unterstützung als direkte Kriegsbeteiligung. Sollte Russland künftig nach dem Grundsatz «Hinterland gegen Hinterland» vorgehen, geraten europäische Ziele in den Fokus. Die kritische Infrastruktur Deutschlands bei Energie, Verkehr und digitalen Netzen gilt bereits in Friedenszeiten als anfällig. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von den USA.
Unter Präsident Trump erscheint fraglich, ob Washington im Ernstfall den Schutzschirm für Europa aufspannt. Merz drängt zudem auf eine beschleunigte EU-Aufnahme der Ukraine, was in Brüssel auf Skepsis stösst. Die Regierung übernimmt eine Führungsrolle, die Europa insgesamt in Haftung nehmen könnte, ohne über ausreichende eigene militärische Kapazitäten zu verfügen.