Die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland haben in Europa erhebliche Unruhe ausgelöst. Trump erklärte, die USA würden „etwas mit Grönland machen – ob sie es mögen oder nicht“, notfalls auch mit Zwang. Diese Drohung gegen das zu Dänemark gehörende autonome Gebiet ließ NATO-Partner befürchten, dass ein militärisches Vorgehen das Bündnis schwer beschädigen oder sogar sprengen könnte.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, ein Angriff eines NATO-Staates auf einen anderen würde das Ende der Allianz bedeuten. Zugleich offenbaren die Spannungen alte Widersprüche westlicher Sicherheitspolitik, da NATO-Staaten selbst in der Vergangenheit militärisch intervenierten.
Um die Lage zu entschärfen, arbeiten Großbritannien, Deutschland und Frankreich an einem neuen Ansatz: Eine verstärkte NATO-Präsenz in der Arktis soll Trumps Argument entkräften, Grönland sei unzureichend gesichert. Deutschland will eine gemeinsame NATO-Mission vorschlagen, unterstützt von London und Paris. Ziel ist es, die strategische Bedeutung der Region anzuerkennen und zugleich eine US-Alleingangslösung zu verhindern.
Außenminister Johann Wadephul will das Thema mit US-Außenminister Marco Rubio besprechen. Offen bleibt, ob Trump diesen Vorstoß als Ausweg nutzt oder als Bestätigung seiner Forderungen wertet. Die Debatte zeigt die wachsenden Spannungen im transatlantischen Bündnis – und die geopolitische Bedeutung der Arktis.