Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine verflechten sich immer stärker. Russland revanchiert sich bei Iran für frühere Drohnenlieferungen und unterstützt Teheran nun mit Geheimdienstinformationen, Zielangaben und eigenen Drohnen. Dadurch erhält Moskau eine Gelegenheit, seine geopolitische Lage zu verbessern.
Der Angriff der USA und Israels auf Iran Ende Februar und die darauffolgende teilweise Sperrung der Strasse von Hormus liessen die Ölpreise steigen. Dies kam Russland zugute, dessen Wirtschaft unter Druck stand. Haushaltskürzungen konnten gestoppt werden. Asiatische Staaten, die von der Unterbrechung betroffen waren, kaufen nun vermehrt russisches Erdöl.
Die Ukraine verstärkt im Gegenzug ihre Angriffe auf russische Energieanlagen. Bis zu 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten sollen durch Drohnenschläge ausgefallen sein. Präsident Wolodymyr Selenskyj reiste kürzlich in Golfstaaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Dort vereinbarte er Lieferungen von Drohnenabwehrtechnik und Schulungen. Die Ukraine positioniert sich damit als Anbieter erprobter Sicherheitslösungen.
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas betonte die enge Verbindung beider Konflikte und forderte, Russland stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Trump-Regierung zögert jedoch, den Zusammenhang anzuerkennen, und lockerte teilweise Sanktionen gegen Moskau. Gleichzeitig übt Washington Druck auf Kiew aus, Angriffe auf russische Ölziele zu drosseln.Analysten sehen in Russlands Engagement eine Strategie, die Schwäche der USA aufzuzeigen und den Konflikt zu verlängern. Die Verflechtung spannt einen Bogen der Instabilität von Europa bis in den Nahen Osten.